Grenzah

Dienstag, 27. Oktober 2026

© 2026 Grenzah

Teil der GruppeMosaic Media

Entwickelt vonSponge — digital & design

Infineon investiert 1,1 Milliarden Euro in neue Chipfertigung in Villach

Der Chiphersteller Infineon baut in Villach die Produktion von Galliumnitrid-Halbleitern aus. Vorstandschef Jochen Hanebeck sieht darin ein Bekenntnis zur technologischen Souveränität Europas.

Der Halbleiterhersteller Infineon investiert rund 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau seines Standorts im österreichischen Villach. Dort soll die Produktion von Halbleitern aus Galliumnitrid, kurz GaN, deutlich ausgeweitet werden. Vorstandschef Jochen Hanebeck bezeichnete die Entscheidung als Bekenntnis zur technologischen Souveränität Europas.

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht der Aufbau einer neuen Fertigung für Galliumnitrid-Halbleiter. Nach Angaben des Konzerns handelt es sich um einen Werkstoff, der besonders energieeffiziente Leistungselektronik ermöglicht. Solche Bauelemente gelten als wichtig für Anwendungen mit hohem Strombedarf, etwa für Rechenzentren, die künstliche Intelligenz betreiben. Erstmals sollen diese Halbleiter in großem Stil auf großen Wafern entstehen, also auf größeren Siliziumscheiben, auf denen sich pro Fertigungsdurchlauf mehr Chips herstellen lassen. Damit soll die Produktion effizienter werden und zugleich die Kapazitäten für den Markt deutlich wachsen.

Die Investition fügt sich in die Strategie des Dax-Konzerns, sein Angebot an Stromsparchips auszubauen. Infineon setzt damit auf eine Technologie, die im Vergleich zu herkömmlichen Materialien die Verluste bei der Energieumwandlung verringern soll. Hanebeck betonte, dass Europa bei Schlüsseltechnologien unabhängiger von außereuropäischen Lieferketten werden müsse. Eigene Produktionskapazitäten im europäischen Raum seien dafür ein zentraler Baustein, so die Argumentation des Unternehmens.

Der Ausbau in Villach ist zugleich ein Signal für den Industriestandort Österreich. Der Konzern unterhält dort bereits seit Langem einen bedeutenden Produktionsstandort, der zu den wichtigsten Halbleiterzentren des Landes zählt. Mit der neuen Fertigungslinie sollen zusätzliche Arbeitsplätze in der Hochtechnologie entstehen. Die Subventionen für das Projekt werden in Berichten als beträchtlich beschrieben; genaue Förderbeträge gehen aus den vorliegenden Informationen jedoch nicht hervor.

Die Chipindustrie gilt seit Jahren als strategisch wichtiger Wirtschaftszweig, dessen Ausbau in Europa politisch gefördert wird. Abhängigkeiten von Herstellern in Asien und den Vereinigten Staaten haben in den vergangenen Jahren Forderungen nach mehr heimischer Produktion verstärkt. Vor diesem Hintergrund wird das Projekt in Villach als Beitrag zu diesem Ziel gewertet. Wann die neue Fertigung in Betrieb gehen soll, lässt sich den vorliegenden Angaben nicht eindeutig entnehmen. Die Investition zeigt jedoch, dass der Konzern seine Position im Markt für leistungsstarke und energiesparende Halbleiter langfristig festigen will.

1Aufrufe

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

Weiter im RessortWirtschaft