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IWF hebt Wirtschaftsprognose für Deutschland auf 1,3 Prozent an

IWF hebt Wachstumsprognose für Deutschland auf 1,3 Prozent an

Der Internationale Währungsfonds korrigiert seine Prognose für die deutsche Wirtschaft deutlich nach oben. Für das laufende Jahr erwartet der IWF nun ein BIP-Wachstum von 1,3 Prozent, für 2026 ein Plus von 1,1 Prozent. Auch die globale Konjunktur fällt etwas robuster aus, doch der Ausblick bleibt zweigeteilt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland deutlich angehoben. Für das laufende Jahr rechnet der Fonds nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 Prozent. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im Juli angenommen, wie aus dem am Dienstag beim IWF-Jahrestreffen in Bangkok veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hervorgeht. Die neue Schätzung deckt sich mit der Prognose der Bundesregierung.

Auch für das kommende Jahr zeigt sich der IWF optimistischer. Für 2026 erwartet er in Deutschland ein Wachstum von 1,1 Prozent und korrigiert damit seine vorherige Annahme um 0,1 Prozentpunkte nach oben. Die deutsche Wirtschaft dürfte damit spürbar an Dynamik gewinnen, nachdem die Konjunktur in den vergangenen Monaten unter Druck gestanden hatte.

Der IWF hat nicht nur den Ausblick für die Bundesrepublik, sondern auch für die Weltwirtschaft leicht nach oben gesetzt. Die Erwartung für die globale Wirtschaftsleistung steigt um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Der Fonds begründet die Anhebung damit, dass sich die Industrieländer angesichts der seit dem Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise widerstandsfähig gezeigt hätten. Viele dieser Staaten hätten von wachsenden Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) profitiert.

Allerdings fällt die Entwicklung nach Einschätzung des IWF nicht überall gleich aus. Ärmere Länder, die von dem KI-Boom nicht profitieren, stünden wegen der hohen Energiepreise vor schweren Entscheidungen. Der Fonds spricht deshalb in seinem Bericht von einem «zweigeteilten» Ausblick. «Die Weltwirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen, doch diese Widerstandsfähigkeit steht unter Druck, und die Risiken für das Wachstum sind eher nach unten gerichtet», sagte IWF-Chefökonomin Silvana Tenreyro.

Für Deutschland bedeutet die Korrektur nach oben eine spürbare Entlastung der wirtschaftlichen Erwartungen. Die Prognose des IWF liegt nun fast doppelt so hoch wie noch im Juli angenommen. Damals war der Fonds für das laufende Jahr von einem Wachstum von 0,7 Prozent ausgegangen. Mit der Anhebung auf 1,3 Prozent nähert sich der IWF der Einschätzung der Bundesregierung an, die ebenfalls von einem Plus in dieser Größenordnung ausgeht.

Die weltweite Konjunktur verlangsamt sich nach Einschätzung des Fonds etwas weniger stark als bislang erwartet. Die Widerstandsfähigkeit der Industrieländer federt einen Teil der Belastungen ab, die von den gestiegenen Energiepreisen ausgehen. Zugleich bleiben die Risiken für die globale Wirtschaft nach unten gerichtet. Der IWF veröffentlicht seinen Weltwirtschaftsausblick regelmäßig im Rahmen seiner Jahrestagungen und passt darin seine Erwartungen an die aktuelle Lage an.

Für die Eurozone und andere große Volkswirtschaften fällt der Ausblick ebenfalls etwas positiver aus. Die Anhebung der deutschen Prognose ist Teil einer breiteren Aufwärtskorrektur, die der IWF in seinem aktuellen Bericht vornimmt. Ob sich die Erwartungen tatsächlich erfüllen, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Energiepreise, der Investitionstätigkeit und der globalen Handelsbeziehungen ab.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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