Trump-Politik verunsichert Öl- und Gasbranche und stärkt Erneuerbare
Die US-Politik zugunsten fossiler Energien sorgt für Unsicherheit bei Öl- und Gasinvestoren, während der Iran-Krieg und die Energiekrise die Attraktivität erneuerbarer Energien erhöhen. Offen bleibt, welche Wirkung die Zwischenwahlen auf die Klimakonferenz in der Türkei haben.
Die Energiepolitik des US-Präsidenten Donald Trump treibt die Unsicherheit in der Öl- und Gasbranche voran und verschafft zugleich der Energiewende Auftrieb. Trump setzt in den Vereinigten Staaten auf den Ausbau von Öl und Gas. Gleichzeitig macht der Krieg im Iran und die daraus entstandene Energiekrise erneuerbare Energien für viele Staaten und Investoren attraktiver, wie die Analyse von Handelsblatt zeigt, die sich mit der Klimakonferenz und dem sogenannten Trump-Effekt befasst.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Folgen diese Entwicklung für die anstehende Klimakonferenz in der Türkei hat. Dem Bericht zufolge hat Trump die US-Zwischenwahlen verloren. Ob und in welchem Umfang sich daraus eine Änderung der Haltung der US-Bundesregierung ergibt, ist derzeit jedoch nicht klar. Ebenso offen ist, wie weit ein möglicher politischer Kurswechsel in den USA bei der Konferenz tatsächlich reichen würde, denn die Verhandlungen hängen nicht allein von Washington ab.
Für Investoren in fossile Energieträger bedeutet die Lage vor allem gestiegene Unsicherheit. Ihre Planung stützt sich auf langfristige Förderprojekte, und die politische Richtung in den USA ist derzeit schwer einzuschätzen. Die Preisschocks auf den Energiemärkten, die der Konflikt im Iran ausgelöst hat, lenken das Interesse dagegen stärker auf Wind, Sonne und andere erneuerbare Quellen. Diese gelten in der aktuellen Lage als attraktivere Alternative, weil sie unabhängiger von Importen fossiler Rohstoffe sind.
Wie groß der Schub für die erneuerbaren Energien im Verhältnis zu weiteren Investitionen in fossile Projekte tatsächlich ausfällt, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht abschließend beurteilen. Beide Entwicklungen laufen parallel: Während Trump den Ausbau fossiler Energien vorantreibt, wächst zugleich das Interesse an erneuerbaren Quellen, weil die Energiekrise die Kosten fossiler Energie spürbar erhöht hat.
Die Entwicklung zeigt, wie stark geopolitische Krisen und nationale Energiepolitik die Richtung globaler Klimaverhandlungen beeinflussen können. Ob sich der sogenannte Trump-Effekt letztlich als Bremse oder als Antrieb für die Energiewende erweist, dürfte sich erst mit den Ergebnissen der Konferenz in der Türkei und den künftigen Entscheidungen in Washington zeigen.
Quelle: handelsblatt.com
1




