Oktoberfest 2026: Warum die erste Maß 20 Euro kostet
Auf dem Münchner Oktoberfest gelten klare Regeln: Tanzen auf Tischen ist verboten, Rauchen nur draußen erlaubt und die erste Maß kostet traditionell 20 Euro – wegen des Trinkgelds. Ein Überblick über die wichtigsten No-Gos für Wiesn-Besucher.
München – Pünktlich zum Start des Oktoberfests auf der Theresienwiese hat die Diskussion um die Bierpreise wieder Fahrt aufgenommen. Eine Maß Bier kostet in diesem Jahr zwischen 14,80 und 15,90 Euro. Doch eine alte Wiesn-Weisheit besagt: Die erste Maß kostet immer 20 Euro. Gemeint ist damit ein großzügiges Trinkgeld für die Bedienung. Wer gleich zu Beginn ein paar Euro mehr gibt, sichert sich die Aufmerksamkeit der Kellnerinnen und Kellner, die den ganzen Tag schwere Krüge durch die Zelte tragen. Wer beim Trinkgeld knausert, riskiert, ignoriert zu werden und zwischenzeitlich ohne Nachschub dazustehen.
Doch nicht nur beim Bezahlen gibt es Regeln. Die Wiesn ist ein Ort zum Feiern, aber bestimmte Verhaltensweisen können zum Rauswurf führen. So ist das Tanzen auf den Tischen in den meisten Festzelten aus Sicherheitsgründen verboten. Auf den Bänken zu schunkeln ist erlaubt, auf den Tischen nicht – wer sich dennoch hinaufwagt, wird von Sicherheitskräften schnell wieder heruntergeholt. Auch das Rauchen ist in den Zelten untersagt, und zwar auch für E-Zigaretten. Wer rauchen möchte, muss auf den Balkon oder das Zelt verlassen.
Ein weiteres klares Verbot: das Exen einer Maß. Ein Liter Bier in wenigen Sekunden zu trinken, kann zu Alkoholexzessen und Komasaufen führen. Die Zelte ahnden Verstöße mit Rauswurf. Ebenso wenig darf der Maßkrug als Souvenir eingesteckt werden. Die Krüge gehören den Festzelten oder Brauereien, die Mitnahme gilt als Diebstahl. Offizielle Souvenirkrüge gibt es im Souvenirhandel auf der Festwiese.
Besucherinnen und Besucher sollten zudem auf ihre Taschen achten. Große Gepäckstücke sind auf dem Festgelände nicht erlaubt. Rucksäcke und Taschen dürfen maximal 20 x 15 x 10 Zentimeter groß sein und bis zu drei Liter fassen – das entspricht einer kleinen Handtasche. Taschendiebe nutzen das Gedränge, daher sollte die Tasche nah am Körper getragen werden. Die eigene Maß unbeaufsichtigt stehen zu lassen, ist ebenfalls riskant. Die Initiative «Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen» empfiehlt, Getränke nie aus den Augen zu lassen und keine offenen Getränke von Fremden anzunehmen.
Auch beim Flirten gilt: Körperkontakt braucht Zustimmung. Eine ausgelassene Stimmung oder eine links gebundene Schleife am Dirndl – das Zeichen für «Single» – bedeuten nicht automatisch, dass Annäherungsversuche erwünscht sind. Wer ungefragt auf Tuchfühlung geht, muss mit Konsequenzen rechnen.
Nach einem ausgiebigen Festmahl mit Hendl und Kaiserschmarrn ist von einer rasanten Achterbahnfahrt abzuraten. Der volle Magen kann durch die schnellen Kurven unangenehm reagieren. Besser ist es, etwas Zeit verstreichen zu lassen. Müdigkeit sollte man nicht auf der Wiese vor der Bavaria-Statue ausruhen – der sogenannte «Kotzhügel» ist dafür bekannt, dass sich dort stark alkoholisierte Gäste übergeben und urinieren. Schnapsleichen liegen dort immer wieder.
Die wichtigste Regel lautet jedoch: die eigene Grenze kennen. Die Wiesn ist kein Wetttrinken. Wer merkt, dass der Alkohol zu viel wird, sollte eine Pause einlegen, Wasser trinken und etwas essen. Bei Schwindel, Übelkeit oder Orientierungslosigkeit ist Schluss. Zudem sollte man auf Mitmenschen achten und niemanden allein lassen, der nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Im Zweifel hilft der Sanitätsdienst.




