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Donnerstag, 17. September 2026

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Tierschützer klettern auf Zirkuszelt in Hamburg – beidseitige Anzeigen

Bei einem Protest gegen den Circus Krone auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg sind drei Aktivisten auf das Zirkuszelt geklettert. Nach Angaben der Polizei kam es dabei zu einer Auseinandersetzung mit Zirkusmitarbeitern. Beide Seiten erstatteten Anzeige wegen Körperverletzung, gegen die Aktivisten läuft zudem ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs.

Bei einer Protestaktion gegen den Circus Krone in Hamburg ist es am Donnerstag zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen. Nach Angaben der Polizei kletterten gegen 13.00 Uhr drei Menschen auf das Zirkuszelt auf dem Heiligengeistfeld im Stadtteil St. Pauli. Zirkusangestellte holten die beiden Männer und die Frau wieder vom Zelt herunter. Dabei gerieten die Beteiligten aneinander.

Die Polizei bestätigte, dass beide Seiten Anzeige wegen Körperverletzung erstattet haben. Gegen die drei Aktivisten wurde zusätzlich ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet. Das Zirkusgelände ist den Beamten zufolge umzäunt. Die Aktion hatte sich laut Polizeilagezentrum bereits am frühen Nachmittag ereignet, mehrere Medien berichteten zunächst darüber.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten bezeichnete den Protest als friedlich und legitim. Die Aktivisten hätten lediglich ein Banner entrollen wollen. Nach Darstellung der Organisation wurden sie von Mitarbeitern des Zirkus angegriffen und verletzt. Vier Pfoten kritisierte den Circus Krone zudem grundsätzlich für den Einsatz von Wildtieren.

Der Circus Krone wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen betonte, das Recht auf friedlichen Protest zu respektieren. Dass Aktivisten auf das Zelt geklettert seien, habe die Angestellten jedoch in eine hochgefährliche Situation gebracht. «Zu keinem Zeitpunkt haben unsere Mitarbeiter den Aktivisten körperlichen Schaden zugefügt», teilte der Zirkus mit.

Der Circus Krone hat seinen Sitz in München und gastiert derzeit in Hamburg. Nach Angaben des Unternehmens trat der Zirkus erstmals 1905 in Bremen unter dem heutigen Namen auf. Damals wurden dem Publikum Elefanten, Löwen, Eisbären, Seelöwen, Affen, Pferde und Ponys vorgestellt. Im Dezember 2025 ging ein auf dem Firmengelände in München geparktes Auto in Flammen auf. Die Polizei ermittelte damals wegen des Verdachts der Brandstiftung.

Die Auseinandersetzung auf dem Zelt wirft ein Schlaglicht auf die seit Jahren schwelende Debatte über die Haltung von Wildtieren in Zirkusbetrieben. Tierschutzorganisationen fordern seit langem ein Ende der Wildtierhaltung in derartigen Einrichtungen. Der Circus Krone verteidigt seine Praxis und verweist auf die Tradition des Unternehmens. Die Polizei hat die Ermittlungen zu den wechselseitigen Vorwürfen aufgenommen. Weitere Details zum genauen Hergang und zu möglichen Verletzungen wurden zunächst nicht bekannt.

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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