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Четверг, 06. Август 2026Deutschland · Europa · Welt
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Dobrindt nennt Drohnen-Vorfall in Leipzig/Halle hybrides Anschlagsszenario

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wertet den Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle als hybrides Anschlagsszenario und spricht von einer neuen Gefahrenqualität.

Dobrindt nennt Drohnen-Vorfall in Leipzig/Halle hybrides Anschlagsszenario
Presse-Statement - Drohnen-Vorfall in Leipzig/Halle: Dobrindt spricht von "hybridem Anschlagsszenario"
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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat den Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle als «hybrides Anschlagsszenario» eingestuft. Der CSU-Politiker sprach am Abend vor der Presse von einer neuen und besorgniserregenden Gefahrenqualität. In der Nacht zum Mittwoch war auf dem Vorfeld des Flughafens eine Drohne mit einer Sprengladung entdeckt worden.

«Dass eine Drohne bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario», sagte Dobrindt. Der Bundesinnenminister hatte sich nach dem Vorfall vor Ort geäußert. Nach seiner Einschätzung handelt es sich um einen sehr ernsten sicherheitsrelevanten Vorgang. Die Tat sei nicht von Amateuren ausgeführt worden. Am Abend gab der Bundesinnenminister damit einen ersten Zwischenstand.

Nach Angaben des Ministers wurde die Sprengladung durch eine Entschärfergruppe der Bundespolizei unschädlich gemacht. Zu einer Explosion kam es nicht, weil der entdeckte Zünder nach Informationen der «Bild»-Zeitung defekt war. Bei Röntgenaufnahmen war der Zünder entdeckt worden. Die genauen Umstände des Fundes und die Beschaffenheit der Sprengvorrichtung sind Gegenstand der Ermittlungen.

Der Vorfall sorgte für erhebliche Beeinträchtigungen im Luftverkehr. Der Flugbetrieb am Flughafen Leipzig/Halle wurde zwischenzeitlich eingestellt, um die Entschärfung gefahrlos durchführen zu können. Mehrere Maschinen mussten umgeleitet werden. Eine der umgeleiteten Maschinen stieß nach Angaben der Behörden nahe dem Flughafen mit einem weiteren Flugobjekt zusammen. Weitere Einzelheiten dazu wurden zunächst nicht genannt. Zu möglichen Schäden lagen zunächst keine Informationen vor.

Dobrindt sagte, die Bedrohungslage werde «nicht von Amateuren durchgeführt», sondern setze «ein hohes Maß an Technikerfahrung» und Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff voraus. «Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin», betonte der Innenminister. Man habe es mit einer professionellen, hybriden Bedrohungslage zu tun, mit der sich die Sicherheitsbehörden weiter auseinandersetzen müssten. Der Minister machte deutlich, dass es sich nicht um einen harmlosen Drohnenflug gehandelt habe. Der Vorfall zeige, dass sich die Bedrohungslage für Flughäfen verändert habe. Der Minister sprach von einer Bedrohungslage, die sich von bisherigen Drohnenvorfällen deutlich unterscheide. Der Innenminister zeigte sich besorgt über die neue Qualität der Bedrohung.

Zu möglichen Urhebern wollte sich der Bundesinnenminister nicht äußern. Er sprach jedoch von einem «Wettbewerb», der «möglicherweise auch fremde Mächte mit einschließt». Das werde Teil der Ermittlungen sein. Für die Tat seien eindeutig Profis verantwortlich, machte Dobrindt deutlich. Die Sicherheitsbehörden müssten nun klären, wer hinter dem Vorfall steckt und welche Ziele verfolgt wurden. Er betonte, die Ermittler stünden vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

Der Zwischenfall am Flughafen Leipzig/Halle hat Politik und Sicherheitsexperten alarmiert. Die Einstufung als hybrides Anschlagsszenario verdeutlicht, dass Drohnen zunehmend als ernste Bedrohung für die kritische Infrastruktur gelten. Der Flughafen Leipzig/Halle ist einer der wichtigsten Frachtflughäfen Deutschlands und hat insbesondere für den internationalen Frachtverkehr eine zentrale Bedeutung. Der Vorfall ist nach Dobrindts Worten ein Beispiel für eine veränderte Bedrohungslage.

Die genauen Hintergründe und die Herkunft der Drohne waren zunächst unklar. Ob es weitere Drohnen oder weitere Sprengvorrichtungen gab, blieb am späten Abend offen. Der Innenminister kündigte an, die Sicherheitsbehörden würden den Vorfall mit hoher Priorität aufklären. Die Ermittlungen zur Herkunft der Drohne und zur Identität der Verantwortlichen laufen.