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Ebola-Epidemie im Kongo fordert mehr als 5.000 Todesopfer

Im Kongo sind nach offiziellen Angaben mehr als 5.000 Menschen an Ebola gestorben. Die Zahl der Erkrankten liegt bei über 10.000, ein Ende des Ausbruchs ist nicht absehbar.

In der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden inzwischen mehr als 5.000 Menschen an Ebola gestorben. Seit Mitte Mai wurden 5.026 Todesfälle nachweislich dem hochgefährlichen Fieber zugeschrieben. Die Zahl der an Ebola Erkrankten stieg auf 10.351. Ein Ende der Epidemie ist nicht in Sicht, wie die Berichte aus dem zentralafrikanischen Land zeigen.

Derzeit werden 1.101 Menschen behandelt oder befinden sich in Isolation, 2.788 frühere Patientinnen und Patienten gelten als genesen. Die tatsächliche Zahl der Krankheitsfälle und Todesopfer könnte nach Einschätzung von Experten noch höher liegen. Sie gehen davon aus, dass sich die Krankheit bereits vor der offiziellen Bekanntgabe des Ausbruchs am 15. Mai seit mindestens Februar unerkannt verbreitete. Erst vor wenigen Tagen waren aus dem Kongo mehr als 10.000 Fälle gemeldet worden, nun überschreitet auch die Zahl der Toten eine weitere Schwelle.

Der Ausbruch geht auf den sogenannten Bundibugyo-Erreger zurück und zeigt einen besorgniserregend schnellen Anstieg. Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus. Gerade diese Symptome machen die Lage für Helfer und Gesundheitspersonal schwierig, da die Übertragung eng an den Umgang mit Erkrankten gebunden ist.

Besonders schwer einzudämmen ist der aktuelle Ausbruch, weil es für den Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. In der Anfangsphase kann eine Infektion leicht mit einer Malaria-Erkrankung verwechselt werden, was zu einer verspäteten Isolation und Behandlung der Patienten beitragen kann. Seit Juli laufen klinische Versuche zur Prüfung zweier antiviraler Therapieverfahren. Außerdem wird untersucht, ob der bisher nur gegen die Ebola-Viruskrankheit zugelassene und empfohlene Impfstoff Ervebo auch vor dem Bundibugyo-Typ schützt. Der Impfstoff Ervebo gilt bislang nur für die Ebola-Viruskrankheit, die früher als Zaire-Ebolavirus bezeichnet wurde.

Der Ausbruch hat inzwischen über die Landesgrenzen hinaus Spuren hinterlassen. In Kenia gibt es Erkrankungen, die auf den Aufenthalt eines inzwischen verstorbenen Kenianers im Kongo zurückgehen. Im westafrikanischen Nigeria wurde am 20. Oktober der erste Ebola-Fall gemeldet. Die Ehefrau eines Schweizer Diplomaten erkrankte einige Tage nach einer mehrwöchigen Reise nach Uganda. In Europa trat bislang ein Fall auf: Im Juni wurde ein Arzt nach einem Kriseneinsatz im Ostkongo in Frankreich positiv getestet und später genesen aus dem Krankenhaus entlassen. Die Fälle in mehreren Ländern zeigen, wie eng die Epidemie mit Reisebewegungen und Kontakten über Grenzen hinweg verbunden ist.

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Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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