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Freitag, 18. September 2026

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Italien eskortiert Handelsschiff mit Fregatte durch Bab al-Mandab

Italiens Marine hat erstmals ein Handelsschiff durch die Meerenge Bab al-Mandab geleitet. Die Fregatte «Carlo Bergamini» begleitete die «Jolly Oro» auf der Fahrt Richtung Norden. Die Regierung in Rom hatte den Einsatz am Vorabend angekündigt, ohne auf eine gemeinsame EU-Entscheidung zu warten.

Italien hat mit einer Militärfregatte die Durchfahrt eines Handelsschiffes durch die Meerenge Bab al-Mandab abgesichert. Wie die italienische Marine in Rom mitteilte, begleitete die Fregatte «Carlo Bergamini» das Schiff «Jolly Oro» einer italienischen Reederei auf seiner Fahrt Richtung Norden. Der Einsatz verlief nach Angaben der Marine ohne Zwischenfälle.

Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte den Schritt erst am Vorabend angekündigt. Italien wolle die Durchfahrt italienischer Schiffe mit Hilfe der Marine gewährleisten und nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der Europäischen Union warten. Verteidigungsminister Guido Crosetto sagte: «Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Bürokratie Entscheidungen verzögert und eine ohnehin schon komplexe Situation verschärft wird.»

Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und gilt als wichtigste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hatte in einer Blitzoffensive in der vergangenen Woche die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und strategisch gelegene Inseln erobert. Damit hat sie praktisch uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge – ein erheblicher Rückschlag für Saudi-Arabien und den internationalen Schiffsverkehr.

Die Fregatte «Carlo Bergamini» ist im Rahmen einer europäischen Mission in der Region im Einsatz. Italien hatte bereits zuvor erwogen, angesichts wachsender Sicherheitsbedenken in der Meerenge eine eigene Marinemission zum Schutz seiner Handelsschifffahrt vorzubereiten. Der nun erfolgte erste Einsatz zeigt, dass Rom die Sicherung der Seewege notfalls auch im Alleingang vorantreibt.

Die Lage in der Region bleibt angespannt. Pakistan schickt offenbar zusätzliches militärisches Gerät nach Saudi-Arabien. Der Iran mobilisiert Tausende Freiwillige für eine Militärparade. Die Frachtraten von China in die USA steigen. Die Entwicklungen verdeutlichen, wie stark die Spannungen im Nahen Osten und am Horn von Afrika den internationalen Handel und die Sicherheit auf See beeinflussen.

Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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