Polizei räumt BER-Terminal wegen möglichen Gefahrguts
Am Hauptstadtflughafen BER hat die Polizei Terminal 1 wegen einer unbestimmten Substanz räumen lassen. Fluggäste mussten das Gebäude verlassen. Parallel prüfen die Behörden ein Bekennerschreiben nach der Sabotage am Stromnetz in Brandenburg.
Am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) hat die Polizei das Terminal 1 wegen möglichen Gefahrguts räumen lassen. Fluggäste wurden aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Auslöser war eine „unbestimmte Substanz“, wie die Behörden mitteilten. Einzelheiten zu der Art des Stoffes oder zum genauen Fundort wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Der Einsatz am BER erfolgte nur wenige Stunden, nachdem die Brandenburger Polizei die Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Sabotageakt am Stromnetz in Südbrandenburg fortgesetzt hatte. In diesem Zusammenhang prüfen die Ermittler ein Bekennerschreiben, das im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack aufgetaucht ist. Eine Sprecherin der Polizei Brandenburg erklärte, die Behörde sei über das Schreiben informiert worden. Die Authentizität sei Gegenstand weiterer Ermittlungen und könne zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch verneint werden.
Unbekannte hatten am Dienstagmorgen mit Hilfe selbstgebauter Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen gelenkt. Mehr als ein Dutzend Vorrichtungen zu diesem Zweck wurden bisher gefunden. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber nicht. Die Polizei ermittelt wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung und fahndet nach den Tätern. Zu der Tat soll es nach Polizeiangaben mehrere Hinweise aus der Bevölkerung gegeben haben, die derzeit ausgewertet werden.
Stunden später kam es zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. Auch dort wurden in der Nähe Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden. „Die Anzeichen verdichten sich, dass beide Attacken Teil eines koordinierten Angriffs auf unsere Energieversorgung sind“, sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU). Der Ermittlungseinsatz am Umspannwerk in Turnow-Preilack war am Vormittag fortgesetzt worden, dabei kam es zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Die Landesstraße 50 war für einige Stunden erneut gesperrt worden. Am Mittag teilte die Polizei mit, die Einsatzmaßnahmen vor Ort seien beendet.
Unabhängig davon vermutet das Bayerische Landeskriminalamt nach Brandsätzen auf einer Baustelle einen Anschlagsversuch. Auch dieser Fall wird von den Ermittlern bearbeitet. Derweil hat der frühere Olympiasieger Ronald Rauhe die Nachfolge als Sport-Staatsminister angetreten, wie aus Regierungskreisen verlautete. Die Entwicklungen des Tages überschneiden sich damit gleich in mehreren sicherheitsrelevanten Bereichen: Flughafenbetrieb, kritische Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen stehen derzeit im Fokus der Behörden.




