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Totale Sonnenfinsternis über Spanien am 12. August

Eine totale Sonnenfinsternis zieht am 12. August über Spanien. In Deutschland ist die Sonne teilweise verdeckt, in der Folgenacht erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt.

Totale Sonnenfinsternis über Spanien am 12. August
Himmelsschauspiel mit Zugabe: Totale Sonnenfinsternis in Spanien steht bevor
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Eine totale Sonnenfinsternis wird am 12. August für ein außergewöhnliches Himmelsschauspiel über Spanien sorgen. Ein Streifen quer durch das Land wird für einige Minuten in völlige Dunkelheit getaucht. Millionen Menschen in Europa können das Ereignis verfolgen, in Deutschland bleibt die Sonne allerdings nur teilweise verdeckt.

Der Mond schiebt sich dann zwischen Sonne und Erde und wirft seinen Schatten auf die Iberische Halbinsel. In Spanien erleben Beobachter im Kernschatten die vollständige Verdunkelung. In Deutschland wird die Sonne zu rund 85 bis 90 Prozent bedeckt sein. Am stärksten ist die Abdeckung im äußersten Südwesten; in Freiburg sind es gut 90 Prozent.

Für viele Menschen ist die Sonnenfinsternis ein Anlass zu reisen. Während frühere Generationen mit Furcht zum Himmel blickten, wenn der Mond die Sonne verschlang, zieht das Naturschauspiel heute Touristen an. Auch in Deutschland wird das Ereignis vielerorts beobachtet.

Die partielle Finsternis beginnt in Deutschland im Nordosten. In Greifswald ist sie ab 19.12 Uhr zu sehen, in München ab 19.23 Uhr. Ihr Maximum wird zwischen etwa 20.05 und 20.15 Uhr erwartet. Das Schauspiel endet in ganz Deutschland mit dem Sonnenuntergang in den Minuten um 21 Uhr.

Die partielle Sonnenfinsternis ist im Großteil Europas sowie in Nordamerika und Westafrika sichtbar. Weil die Sonne in Deutschland während des Ereignisses relativ tief am Horizont steht, empfiehlt sich ein erhöhter Standort mit freiem Blick nach Nordwesten oder Westen. Eine spezielle Sonnenfinsternisbrille ist unbedingt nötig, um die Sonne gefahrlos zu beobachten.

Zahlreiche astronomische Einrichtungen in ganz Deutschland laden an diesem Abend zur «Langen Nacht der Astronomie» ein und bieten Beobachtungsmöglichkeiten. Einige übertragen das Himmelsschauspiel auch live aus Spanien. Wer die totale Phase nicht vor Ort erleben kann, kann sie unter anderem im Livestream der europäischen Raumfahrtbehörde Esa verfolgen. Auch die TerraX-Folge «Sonnenfinsternis über Mallorca» mit Harald Lesch zeigt das Ereignis live von 20.15 bis 21 Uhr bei 3sat.

Der Weg der Totalität beginnt im nördlichen Sibirien, wo die Sonne zu diesem Zeitpunkt noch als Mitternachtssonne über dem Horizont steht. In Deutschland ist es dann etwa 19 Uhr. Der Schatten des Mondes zieht am Nordpol vorbei sowie über den Osten Grönlands und den Westen Islands. Danach erreicht er Nordspanien und einen Zipfel Portugals, wandert quer über die Iberische Halbinsel und die Balearen und endet kurz nach 20.30 Uhr im Mittelmeer. Am längsten dauert die vollständige Verdeckung mit zwei Minuten und 18 Sekunden rund 100 Kilometer westlich der isländischen Küste bei der Inselgruppe Hvallátur.

Nur kurze Zeit später gibt es am Himmel eine Zugabe: Der Meteorstrom der Perseiden erreicht in der Nacht vom 12. auf den 13. August seinen Höhepunkt. Dabei sind bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde möglich. Die besten Beobachtungszeiten liegen zwischen 23 Uhr abends und 4 Uhr morgens.

Die Ursache der Sonnenfinsternis ist eine besondere Konstellation: Der Mond steht dann auf einer Linie zwischen Sonne und Erde, sodass sein Schatten auf die Erde fällt. Deutschland liegt am 12. August nur im Halbschatten, der Mond bedeckt also nur einen Teil der Sonne. Im Kernschatten dagegen ist die Sonne völlig verdeckt. Dass der Mond die Sonne nahezu exakt abdecken kann, ist ein astronomischer Zufall. Der Durchmesser der Sonne ist etwa 400-mal größer als der des Mondes, zugleich ist sie aber rund 400-mal weiter von der Erde entfernt. Dadurch erscheinen beide Himmelskörper von der Erde aus gesehen ähnlich groß.

Weil die Umlaufbahn des Mondes nicht exakt kreisförmig, sondern leicht elliptisch ist, schwankt seine Entfernung zur Erde. Dadurch verändert sich auch seine scheinbare Größe am Himmel. Steht der Mond bei einer Finsternis nahe dem erdfernsten Punkt seiner Bahn, ist er zu klein, um die Sonnenscheibe vollständig zu bedecken. Dann entsteht statt einer totalen eine ringförmige Finsternis.

Zu einer Sonnenfinsternis kann es nur bei Neumond kommen, wenn der Mond von der Erde aus gesehen in Richtung der Sonne steht. Dennoch geschieht das nicht bei jedem Neumond, weil die Mondbahn um fünf Grad gegen die Erdbahn geneigt ist. Meist zieht der Mond oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur zwei- bis fünfmal im Jahr kommt es zu Sonnenfinsternissen, und nicht immer fällt der Kernschatten auf die Erde. Eine totale Sonnenfinsternis gibt es im Schnitt nur etwa alle 18 Monate – irgendwo auf der Erde. An einem bestimmten Ort sind totale Finsternisse sehr selten, weil der Kernschatten im Durchmesser höchstens rund 200 Kilometer misst.

Von Deutschland aus war die bislang letzte totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999 zu sehen. Die nächste folgt erst am 3. September 2081. In Spanien dagegen gibt es weitere Gelegenheiten: Bereits am 2. August des kommenden Jahres ist wieder eine totale Sonnenfinsternis im äußersten Süden des Landes zu sehen, und am 26. Januar 2028 folgt dort eine ringförmige Sonnenfinsternis.

Bei Eintritt der Totalität nimmt die Helligkeit schlagartig ab. Innerhalb von Sekunden entsteht eine Art späte Dämmerung, einige helle Sterne und Planeten werden sichtbar. Besonders auffällig ist die Venus, die in einem Abstand von etwa 45 Grad links von der Sonne aufleuchtet. Um die schwarze Scheibe der verdeckten Sonne herum erstrahlt die Sonnenkorona.