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Montag, 31. August 2026

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Ukraine-Krieg aktuell: Türkei bestellt ukrainischen Botschafter ein

Türkei bestellt ukrainischen Botschafter nach Angriffen auf Schiffe ein

Nach Luftangriffen auf zwei türkische Frachter im Schwarzen Meer hat Ankara den ukrainischen Botschafter einbestellt. Die Türkei fordert ein Moratorium für Angriffe auf Handelsschiffe. Derweil steigt die Zahl der Toten nach einem russischen Drohnenangriff bei Kiew auf 37.

Die Türkei hat den ukrainischen Botschafter einbestellt, nachdem zwei türkische Frachtschiffe im Schwarzen Meer angegriffen worden waren. Das türkische Außenministerium erklärte am Samstag, man habe in dem Gespräch betont, dass die Sicherheit des Personen- und Güterverkehrs sowie der Schifffahrt und der Umwelt gewährleistet sein müsse. Ankara reagierte damit auf Angriffe vom Mittwoch und Donnerstag, die ukrainischen Kräften zugeschrieben wurden.

Zunächst wurde das Containerschiff „Lider Bordo Mavi“ vor dem russischen Schwarzmeerhafen Tuapse attackiert. Am darauffolgenden Tag geriet die „Lider Kocatepe“ unter Beschuss, die dem ersten Schiff zur Hilfe gekommen war. Zu möglichen Toten oder Verletzten an Bord machte das Ministerium keine Angaben. Türkische Medien berichteten, dass ein beschädigtes Schiff in die Hafenstadt Samsun geschleppt werden konnte. Die Türkei hatte zuvor von Russland und der Ukraine ein Moratorium für Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer gefordert. Kiew will mit solchen Angriffen die Ausfuhr von Getreide und fossilen Brennstoffen behindern, deren Erlöse Russland zugutekommen.

Derweil ist die Zahl der Toten nach einem russischen Drohnenangriff in der Region Kiew auf 37 gestiegen. Bei dem Angriff am Freitagabend auf ein Logistikzentrum im Dorf Myla im Bezirk Butscha war ein Feuer ausgebrochen, begleitet von mehreren Explosionen. Dutzende Menschen wurden verletzt, mehr als 200 in Sicherheit gebracht. Mehrere Gebäude, darunter Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim, wurden beschädigt. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, weil auf dem Gelände möglicherweise illegal explosives Material gelagert worden war. Auch werde geprüft, ob das Unternehmen alle notwendigen Genehmigungen gehabt habe.

Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte als Reaktion an, Russland mit Hunderten Drohnen pro Tag angreifen zu wollen. Die Ukraine setzt im Krieg zunehmend auf weitreichende Drohnenangriffe gegen russische Infrastruktur und militärische Ziele. Moskau wiederum verstärkt seine Luftangriffe auf ukrainische Städte und Versorgungseinrichtungen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) warnte unterdessen vor einer prekären Lage im von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja. Die Anlage sei seit mehr als einer Woche ohne externe Stromversorgung und auf Notfall-Dieselgeneratoren angewiesen, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit. Vorübergehend habe der Dieselvorrat nur noch für zehn Tage gereicht, bevor mehrere Dutzend Tonnen Diesel geliefert worden seien. Ohne Wiederherstellung der externen Stromversorgung oder zusätzliche Lieferungen drohe dem Kraftwerk innerhalb von etwa zehn Tagen ein vollständiger Stromausfall. Die IAEA arbeite an einer Zone für einen örtlich begrenzten Waffenstillstand, um Reparaturen an einer wichtigen Stromleitung zu ermöglichen. Vor dem Konflikt verfügte das Kraftwerk über zehn externe Stromleitungen.

Der Kreml sieht unterdessen keine Aussicht auf verbesserte Beziehungen zur Europäischen Union. Sprecher Dmitri Peskow sagte, Europa betrachte Russland als Gegner und sogar als Feind. Die derzeitigen EU-Politiker verhielten sich konfrontativ, nicht nur in Worten, sondern auch in Taten. Sie mobilisierten die militärischen Fähigkeiten Europas und richteten sie gegen Russland.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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