USA priorisieren weiße Südafrikaner als Flüchtlinge
Die US-Regierung will im Haushaltsjahr 2027 bis zu 17.500 Flüchtlinge aufnehmen, überwiegend weiße Südafrikaner. Sie begründet dies mit angeblicher Diskriminierung und niedrigen Integrationskosten. Fachleute und Südafrikas Regierung widersprechen.
Die US-Regierung plant, im Haushaltsjahr 2027 bis zu 17.500 Flüchtlinge aufzunehmen – überwiegend weiße Südafrikaner. Das geht aus einer Mitteilung des US-Außenministeriums an den Kongress hervor, die den US-Sendern CNN und CBS News vorliegt. Zur Begründung heißt es, diese Gruppe sei in Südafrika Diskriminierung ausgesetzt. Zudem gehe die Regierung davon aus, dass sich die aufgenommenen Flüchtlinge vollständig in die USA integrieren und die Ressourcen der US-Steuerzahler schonen würden.
Für die Kosten der Umsiedlung sind laut der Mitteilung etwa 500 Millionen Dollar (rund 437 Millionen Euro) budgetiert. Das Haushaltsjahr 2027 der US-Regierung beginnt am 1. Oktober 2026. Die Aufnahme von Flüchtlingen insgesamt wurde unter Präsident Donald Trump drastisch reduziert. Eigentlich sollen pro Jahr nur noch maximal 7.500 Flüchtlinge aufgenommen werden, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder politischen Überzeugung in ihrer Heimat verfolgt werden. Unter Trumps Vorgänger Joe Biden lag die Zahl mit 125.000 Personen deutlich höher.
Das Verhältnis zwischen Pretoria und Washington ist seit dem Amtsantritt von Trump angespannt. Trump wirft der südafrikanischen Regierung vor, weiße Minderheiten in Südafrika – insbesondere sogenannte Afrikaaner, also Nachfahren niederländischer Siedler – zu diskriminieren. In diesem Zusammenhang hat er auch von einem «Genozid» gesprochen. Bei den aufgenommenen Menschen werde es sich daher «in erster Linie um Afrikaaner aus Südafrika» handeln, zitieren US-Medien aus der Begründung des US-Außenministeriums.
Fachleute und die südafrikanische Regierung widersprechen der Darstellung Trumps entschieden. Afrikaaner führten in Südafrika bis Anfang der 1990er Jahre das rassistische Apartheid-Regime an, das die schwarze Bevölkerungsmehrheit systematisch diskriminierte. Die Behauptung, weiße Südafrikaner seien heute Opfer von Diskriminierung, wird von Experten als unzutreffend zurückgewiesen.
Die geplante Aufnahme von 17.500 Flüchtlingen im Haushaltsjahr 2027 steht im Kontrast zur allgemeinen Reduzierung der Flüchtlingszahlen unter Trump. Während die Obergrenze für Flüchtlinge insgesamt bei 7.500 liegt, soll die Gruppe der weißen Südafrikaner einen Großteil der Aufnahmen ausmachen. Die Begründung des Außenministeriums nennt niedrige Integrationskosten als weiteres Motiv. Ob der Kongress die Pläne billigt, ist offen.
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