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Tetris distanziert sich von Grenzspiel auf Webseite des Weißen Hauses

Auf der offiziellen Webseite des Weißen Hauses ist ein Spiel erschienen, das den Bau einer Sperranlage an der Grenze zu Mexiko simuliert. Der Rechteinhaber des Klassikers Tetris hat sich nun von der Aktion distanziert.

Der Rechteinhaber des Videospielklassikers Tetris hat sich von einem Online-Spiel distanziert, das auf der offiziellen Internetseite des Weißen Hauses veröffentlicht wurde. Das Spiel erlaubt es Nutzerinnen und Nutzern, eine Sperranlage an der Grenze zu Mexiko zu errichten und steht damit in direktem Bezug zur Grenzpolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Das Unternehmen zeigte sich über die unautorisierte Nutzung empört und stellte klar, dass es mit der Aktion nichts zu tun habe.

Die Webseite des Weißen Hauses hatte das Spiel unter dem Titel «Schütze die Grenze» zugänglich gemacht. Darin können Spielerinnen und Spieler Mauerteile an der Südgrenze der USA zusammensetzen, offenbar in Anlehnung an die Bauprojekte, die die Regierung Trump zur Abschottung gegenüber Mexiko vorantreibt. Die grafische Gestaltung und die Mechanik des Spiels erinnern stark an das bekannte Puzzlespiel Tetris, bei dem herabfallende Bausteine in Reihen angeordnet werden müssen. Genau diese Ähnlichkeit ist es, die den Rechteinhaber nun auf den Plan gerufen hat.

In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen, man habe mit der Erstellung oder Veröffentlichung des Spiels auf der Regierungsseite nichts zu tun. Man distanziere sich ausdrücklich von dem Inhalt und der damit verbundenen politischen Botschaft. Die Nutzung von Elementen, die an Tetris erinnern, sei nicht genehmigt worden. Der Konzern betonte, dass man keine politischen Positionen unterstütze und nicht in die öffentliche Debatte um die Grenzpolitik der Vereinigten Staaten hineingezogen werden wolle.

Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Maßnahmen und Symbolhandlungen, mit denen die Trump-Administration ihre restriktive Einwanderungspolitik öffentlich inszeniert. Die Sperranlage an der Grenze zu Mexiko gehört zu den zentralen Wahlversprechen des Präsidenten und wird von ihm immer wieder als Erfolg seiner ersten Amtszeit und seiner erneuten Regierungsübernahme angeführt. Kritiker werfen der Regierung vor, mit der Veröffentlichung eines solchen Spiels auf einer offiziellen Regierungsseite die ernste Lage an der Grenze zu verharmlosen und Migration als Bedrohung darzustellen.

Unabhängig von dem Spiel sorgte am selben Tag ein Gerichtsurteil in Missouri für Aufsehen. Ein Gericht in dem Bundesstaat kippte den Neuzuschnitt eines Wahlkreises, der von der republikanischen Mehrheit im Landesparlament beschlossen worden war. Die Richter sahen in der Neugestaltung des Wahlbezirks eine unzulässige parteipolitische Einflussnahme und gaben damit einer Klage von Demokraten und Bürgerrechtsorganisationen statt. Der Entscheid könnte Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Repräsentantenhauses bei den kommenden Wahlen haben und wird von Beobachtern als weiterer Baustein im juristischen Streit um Wahlkreisgrenzen in den USA gewertet.

Die Regierung in Washington hat sich zu dem Tetris-Spiel bislang nicht offiziell geäußert. Ob das Spiel nach der Kritik des Unternehmens von der Webseite entfernt wird, war zunächst unklar. Der Rechteinhaber von Tetris prüft nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen die unautorisierte Verwendung der Spielelemente. Der Fall zeigt, wie schnell private Unternehmen in den Sog politischer Auseinandersetzungen geraten können, wenn ihre Produkte ohne Zustimmung für politische Botschaften vereinnahmt werden.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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