Grenzah

Donnerstag, 5. November 2026

© 2026 Grenzah

Teil der GruppeMosaic Media

Entwickelt vonSponge — digital & design

© t-online.de

Trump will Ergebnisse der US-Midterms anerkennen und mit Demokraten zusammenarbeiten

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, die Ergebnisse der Kongresswahlen zu akzeptieren. Die Demokraten hatten zuvor das Repräsentantenhaus zurückerobert und einen Senatssitz in Texas gewonnen.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Ergebnisse der Kongresswahlen anzuerkennen. Gegenüber der «New York Times» sagte er: «Wir werden mit den Demokraten zusammenarbeiten, und wir freuen uns schon darauf. Wir werden wahrscheinlich eine Lösung finden.» Damit reagiert der Republikaner auf einen Wahlausgang, der seine Partei in Washington deutlich schwächt.

Die Demokraten hatten zuvor mehrere wichtige Erfolge verbucht. Sie gewannen die Mehrheit im Repräsentantenhaus und einen Senatssitz aus dem Bundesstaat Texas, der eigentlich als republikanisch dominiert gilt. Damit verschiebt sich das politische Kräfteverhältnis zugunsten der Opposition, die künftig die Kontrolle über eine der beiden Kammern des Kongresses hat. Ein solcher Machtwechsel im Kongress schränkt den Handlungsspielraum des Präsidenten im Alltag der Gesetzgebung spürbar ein, auch wenn er die Exekutive weiterhin führt.

Nach Angaben des Senders CNN verfolgte Trump die Midterms zusammen mit Vertrauten im Weißen Haus. Intern hatte er in den Tagen zuvor die Hoffnung geäußert, dass die Umfragen falsch liegen könnten und die Republikaner doch Überraschungserfolge erzielen würden. Gleichzeitig beschrieben ihn Quellen aus seinem Umfeld als pessimistisch. Er soll die Sorge geäußert haben, dass ihm das «Worst-Case-Szenario» drohe, nämlich ein Sieg der Demokraten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat. Seine eigene Verantwortung für eine mögliche Niederlage sah er offenbar nicht. Seine Wahlkampfauftritte, so soll er Vertrauten gesagt haben, hätten den Republikanern eine «Außenseiterchance» verschafft.

Schon am frühen Abend, noch vor den ersten Ergebnissen, hatte sich Trump auf seiner Plattform «Truth Social» geäußert. Dabei griff er die Fox-News-Kommentatorin Jessica Tarlov scharf an und schrieb, ihre Stimme sei ihm verhasst. Sie sei «dumm wie ein Stein». Er müsse so lange woanders hinschalten, bis diese «Loserin» nicht mehr live sei. Tarlov gehört zu den wenigen liberalen Stimmen beim republikanisch geprägten Sender. Kurz darauf richtete sich seine Kritik gegen die Fox-News-Umfrage, die er als «Beleidigung» bezeichnete. Jede Frage sei ein Angriff und jede Antwort «Bullshit». Das laufe seit Jahren so.

Als erste Hochrechnungen den Demokraten die Rückeroberung des Repräsentantenhauses signalisierten, meldete sich Trump erneut zu Wort. Er habe nicht auf dem Wahlzettel gestanden, schrieb er. Wäre das der Fall gewesen, hätte man einen «ERDRUTSCHSIEG» eingefahren. Mit der nun angekündigten Anerkennung der Ergebnisse stellt sich Trump nach den Zwischenwahlen auf eine Zusammenarbeit mit einer demokratisch geprägten Kongressmehrheit ein. Wie diese konkret aussehen soll, ließ er in seinen Äußerungen offen.

13Aufrufe

Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

Weiter im RessortPolitik