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Mittwoch, 2. September 2026

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Konjunktur: DIW erhöht Prognose: „Wirtschaft steht vor Trendwende“

DIW verdoppelt Wachstumsprognose für Deutschland

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hebt seine Konjunkturprognose deutlich an. Starke Exporte und eine unerwartete Robustheit trotz Ölpreisschock und Iran-Krieg stützen die deutsche Wirtschaft.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026 deutlich angehoben. Die Konjunkturforscher sehen das Land vor einer Trendwende: Starke Exporte und eine erstaunliche Robustheit trotz Ölpreisschock und Iran-Krieg hätten die Wirtschaft besser abschneiden lassen als bislang erwartet, teilte das Institut mit.

Die neue Prognose des DIW liegt demnach mehr als doppelt so hoch wie die bisherige Schätzung. Damit reiht sich das Berliner Institut in eine wachsende Zahl von Forschungsinstituten ein, die ihre Erwartungen für die deutsche Konjunktur nach oben korrigieren. Auch die Bundesbank hatte zuletzt ihre Wachstumsprognose angehoben; Präsident Joachim Nagel sprach von einem Wachstum, das doppelt so stark ausfalle wie ursprünglich erwartet.

Als wesentliche Stützen der Erholung gelten die Exportwirtschaft sowie die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen gegenüber den gestiegenen Energiekosten. Zwar belasten der Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundenen Ölpreissteigerungen weiterhin die Weltwirtschaft, doch die deutsche Industrie habe sich davon bislang weniger stark beeinflussen lassen als befürchtet. Die Nachfrage nach deutschen Produkten im Ausland bleibe hoch und sorge für Impulse in der Produktion.

Trotz der positiven Entwicklung bleibt eine große Schwachstelle bestehen, wie die Forscher betonen. Die Binnenkonjunktur und der private Konsum hinken der exportgetriebenen Erholung weiterhin hinterher. Hohe Verbraucherpreise und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Energiekosten dämpfen die Kaufkraft der Haushalte. Eine nachhaltige Erholung werde daher nur gelingen, wenn auch die Inlandsnachfrage an Fahrt gewinne, so die Einschätzung des DIW.

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bleiben indes von mehreren Unsicherheitsfaktoren geprägt. Neben den internationalen Handelskonflikten und den Folgen des Iran-Kriegs für die Energieversorgung verweisen die Ökonomen auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die weitere Zinsentwicklung werde maßgeblich darüber entscheiden, ob sich die Investitionstätigkeit der Unternehmen belebt und ob die Bauwirtschaft, die unter den hohen Finanzierungskosten leidet, wieder in Schwung kommt.

Für die kommenden Monate erwarten die DIW-Forscher zunächst eine Fortsetzung des Wachstumskurses, wenngleich das Tempo der Erholung von der globalen Entwicklung abhängt. Sollten die geopolitischen Spannungen weiter zunehmen und die Energiepreise erneut deutlich steigen, könnte die Trendwende gefährdet werden. Die aktuellen Daten deuteten jedoch darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft ihren Erholungskurs im laufenden Jahr fortsetzen kann.

Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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