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Dienstag, 15. September 2026

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Wirtschaft am Rhein: IHK: Schaden nach Niedrigwasser wird immens sein

IHK warnt vor immensen Schäden durch Rhein-Niedrigwasser

Die anhaltende Trockenheit am Rhein bringt die Binnenschifffahrt an ihre Grenzen. Die IHK Rheinland-Pfalz rechnet mit erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden und fordert den Ausbau der Wasserstraße.

Das anhaltende Niedrigwasser im Rhein entwickelt sich für die Unternehmen entlang der wichtigsten deutschen Wasserstraße zu einer ernsten Belastung. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Rheinland-Pfalz warnt vor erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden und drängt auf politische Konsequenzen. «Es ist eine wirklich kritische Situation», sagte Nicole Rabold, verkehrspolitische Sprecherin der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.

Besonders angespannt ist die Lage am Mittelrhein zwischen St. Goar und Mainz. Dieser Abschnitt gilt als zentraler Engpass für die Binnenschifffahrt. Sinkt der Pegelstand bei Kaub unter 40 Zentimeter, sei eine wirtschaftlich sinnvolle Binnenschifffahrt nicht mehr möglich, erklärte Rabold. Zwar war der Pegel nach einigen Regenfällen zuletzt leicht gestiegen, bewegte sich in den vergangenen Tagen jedoch wieder unter den bisherigen Tiefstwert von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Im diesjährigen Sommer fiel er bereits in den einstelligen Bereich.

Die Folgen für den Güterverkehr sind gravierend. Frachtschiffe können entweder gar nicht mehr fahren oder nur noch leer, wie eine Sprecherin der IHK Rheinhessen ergänzte. Das treibt die Transportkosten in die Höhe. Historische Tiefststände wurden nicht nur in Kaub gemessen: Auch in Köln sank der Pegel zuletzt wieder unter den bisherigen Tiefstwert von 69 Zentimetern aus dem Jahr 2018.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) rechnet wegen des Klimawandels künftig mit häufigeren Niedrigwasserphasen und erheblichen Folgen für den Gütertransport. In diesem Sommer seien die Niedrigwasserstände besonders früh und heftig aufgetreten, sagte Bilger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Durch die Aussetzung des Feiertagsfahrverbots für Lkw, zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene und das Verschieben nicht dringender Baustellen seien Versorgungsengpässe vermieden worden.

Bilger fordert einen Ausbau der Wasserstraßen. «Auch für mich gehört der Ausbau der Wasserstraße dazu, gerade am Rhein, wo die meisten Güter transportiert werden», sagte er. Die Wasserstraße sei der umweltfreundlichste Verkehrsweg. Wenn im Sommer regelmäßig über mehrere Wochen kaum Gütertransport möglich sei, drohe das Vertrauen der Kunden ins Binnenschiff verloren zu gehen. Bei der seit Jahrzehnten diskutierten Rheinvertiefung müsse man «jetzt endlich anpacken».

Wie hoch der volkswirtschaftliche Schaden in diesem Jahr ausfallen wird, ist laut Rabold noch offen. Im Niedrigwasserjahr 2018 habe er rund 2,4 Milliarden Euro betragen. Seitdem seien Investitionen getätigt und die Logistik optimiert worden, etwa durch Niedrigwasserschiffe. Auch verbesserte Wasserstandsprognosen könnten helfen, die Transporte besser zu planen. «Ob der Schaden den von 2018 übertreffen wird, bleibt abzuwarten», sagte Rabold. Bereits jetzt sei aber davon auszugehen, dass der volkswirtschaftliche Schaden «immens» sein werde.

Mit Blick auf den Klimawandel müsse zudem damit gerechnet werden, dass Niedrigwasserjahre häufiger auftreten. Eine einzelne Maßnahme werde das Problem nicht lösen. Eine Vertiefung des Rheins könne jedoch helfen, sagte Rabold. Zugleich müsse der Bund deutlich mehr in die Wasserstraßen investieren.

Auch für Verbraucher könnten die Folgen länger spürbar bleiben, etwa an der Zapfsäule. «Es wird noch bis Oktober dauern, bis wir wieder bei normalen Preisen sind», sagte Rabold mit Blick auf die Auswirkungen der eingeschränkten Transporte.

Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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