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Thüringen stockt Beteiligungsfonds um zehn Millionen Euro auf

Thüringen stellt zusätzliche zehn Millionen Euro für den Wachstumsbeteiligungsfonds bereit. Damit stehen der Aufbaubank-Tochter wieder rund 20 Millionen Euro für Beteiligungen an innovativen Unternehmen zur Verfügung.

Thüringen erhöht die Mittel für Beteiligungskapital an innovativen Unternehmen. Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) teilte in Erfurt mit, dass weitere zehn Millionen Euro in den sogenannten Wachstumsbeteiligungsfonds fließen. Damit wird der Topf für Wachstumsfinanzierungen wieder aufgefüllt, nachdem die Nachfrage nach Kapitalhilfen zuletzt groß war.

Die Mittel stammen aus dem Regionalfonds der Europäischen Union sowie aus Landesmitteln. Eine Tochtergesellschaft der Thüringer Aufbaubank kann damit Kapitalhilfen vergeben, indem sie in der Regel offene Beteiligungen an Unternehmen eingeht. Nach der Aufstockung stehen bei der Aufbaubank-Tochter aktuell insgesamt 80 Millionen Euro an öffentlichem Beteiligungskapital zur Verfügung. Im Wachstumsbeteiligungsfonds selbst sind nach der Aufstockung wieder rund 20 Millionen Euro verfügbar.

Die Ministerin begründete den Schritt mit dem hohen Kapitalbedarf junger, technologieorientierter Firmen. «Gerade technologieorientierte Unternehmen brauchen in ihrer Wachstumsphase ausreichend Eigenkapital, um neue Produkte zu entwickeln, neue Märkte zu erschließen und kontinuierlich investieren zu können», sagte Boos-John. Oft könnten sie ihren hohen Kapitalbedarf in dieser Phase noch nicht vollständig über klassische Bankkredite finanzieren. Der Zugang zu Bankkrediten sei für diese Unternehmen häufig schwer.

Die staatliche Hilfe solle privates Kapital nicht ersetzen, betonte die Ministerin. Ziel sei es, die Unternehmen mit öffentlichen Mitteln finanzierungsfähig für private Investoren zu machen. «Beteiligungskapital ist ein wichtiger Baustein der Wirtschaftsförderung», so Boos-John.

Die Nachfrage nach den Kapitalhilfen war zuletzt hoch. Mitte des Jahres waren knapp zwei Drittel der ursprünglich im Wachstumsbeteiligungsfonds enthaltenen Gelder vergeben. Die nun bereitgestellten Mittel können von Unternehmen für Investitionen im Zeitraum bis Ende 2030 genutzt werden. Zielgruppe sind vor allem junge, innovative, kleine und mittlere Unternehmen, die die Gründungsphase hinter sich haben und vor dem nächsten Wachstumsschritt stehen.

Seit März 2023 sind Kapitalspritzen aus dem Fonds an zwölf Unternehmen im Freistaat gegangen. Insgesamt haben diese Firmen rund 14 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln erhalten. Nach Angaben des Ministeriums sollen damit etwa 470 Vollzeitarbeitsplätze neu entstehen.

Die Beteiligungsgesellschaft der Aufbaubank managt im Auftrag des Landes insgesamt zwölf Beteiligungsfonds. Derzeit können allerdings nur noch fünf davon neue Beteiligungen eingehen. Die Fonds verfügen nach Angaben des Ministeriums zusammen über rund 80 Millionen Euro für neue Engagements. Mit der Aufstockung des Wachstumsbeteiligungsfonds soll innovativen Unternehmen in Thüringen der Zugang zu Eigenkapital erleichtert werden, damit sie ihre Wachstumspläne umsetzen können.

Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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