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Lufthansa-Chef Spohr erwartet höhere Kerosin-Kosten wegen Iran-Krieg

Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechnet wegen des Iran-Kriegs mit weiter steigenden Treibstoffkosten. Die Airline will höhere Ticketpreise durchsetzen, die Nachfrage nach Premiumklassen bleibt robust. Spohr warnt vor Schwierigkeiten anderer Airlines und bereitet die Lufthansa auf ein herausforderndes Jahr 2027 vor.

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, rechnet wegen des Iran-Kriegs mit noch höheren Kerosin-Kosten für Deutschlands größte Fluggesellschaft. Die zuletzt genannten Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro dürften nicht ausreichen, sagte Spohr am Montagabend vor Journalisten in Frankfurt. «Die Zahl wird höher sein, die wir am Jahresende wahrscheinlich auszuweisen haben», so der Manager. Bereits im August hatte die Lufthansa mitgeteilt, dass die Treibstoffkosten im Gesamtjahr auf 8,7 Milliarden Euro steigen sollen. Die gestiegenen Ölpreise machen nicht nur Autofahrern an den Tankstellen zu schaffen, sondern belasten auch die Luftfahrt erheblich.

Als Reaktion auf die höheren Spritpreise erhöht die Airline die Ticketpreise für Passagiere. Trotz dieser Verteuerung zeigte sich Spohr zum Ende der wichtigen Sommersaison von der Nachfrage positiv überrascht. Die Ticketverkäufe seien «erstaunlich robust», besonders in den Premiumklassen, zu denen neben der First und Business Class auch die Premium Economy zählt. Auf der Langstrecke erzielt die Lufthansa in diesen Klassen mehr als die Hälfte ihres Umsatzes. Die Nachfrage sei «praktisch unberührt von geopolitischen Risiken», die bei Kunden sonst eher zu Zurückhaltung führen, betonte Spohr.

Hintergrund der Entwicklung sind die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Angesichts des schwelenden Iran-Kriegs und des Vorrückens der Huthi-Miliz im Jemen an der Meerenge von Bab al-Mandab waren zuletzt neue Sorgen um die globale Ölversorgung aufgekommen. Der Preis für Brent-Öl stieg wieder deutlich über die Marke von 100 Dollar je Barrel. Hohe Spritpreise belasten Airlines weltweit. Spohr erwartet, dass weitere Fluggesellschaften wegen der hohen Treibstoffkosten in Schwierigkeiten geraten, nachdem jüngst Air Baltic aus Estland und Volotea aus Spanien Gläubigerschutz beantragt hatten.

Für das laufende Jahr rechnet die Lufthansa dennoch mit einem bereinigten operativen Gewinn zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Damit könnte der Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro unter- oder überschritten werden. Dass überhaupt ein operativer Gewinn etwa auf Vorjahresniveau erwartet wird, erklärte Spohr mit den Kürzungen bei der Hauptmarke Lufthansa und den zuletzt deutlich gestiegenen Ticketpreisen. Die Airline steht vor der Herausforderung, ihre Kosten zu senken und gleichzeitig die Nachfrage zu bedienen.

Um den Kerosinverbrauch zu drücken, setzt die Lufthansa auf neue und sparsamere Flugzeuge. Doch die Hersteller Airbus und Boeing liefern nicht so schnell wie gewünscht. Deshalb muss die Airline ältere und spritdurstigere Jets vom Typ Airbus A340 länger in Betrieb halten als geplant. Im November erwartet Spohr das erste Exemplar des derzeit größten angebotenen Airbus-Modells A350-1000. Der erste Boeing-Großraumjet vom Typ 777X soll im ersten Quartal 2027 zur Lufthansa-Flotte stoßen, gefolgt von weiteren Maschinen dieses Typs – mit rund sieben Jahren Verspätung. Spohr bereitet die Lufthansa für 2027 auf ein weiteres Transformationsjahr mit hohen Ölpreisen vor.

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Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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