Trump drängt Europa offenbar zum Kauf russischen Gases
Laut Wall Street Journal soll die US-Regierung die Europäer dazu bewegen wollen, ihre Energiepolitik zugunsten russischen Gases zu ändern. Hintergrund sind hohe Energiepreise infolge des Iran-Krieges.
Die US-Regierung von Präsident Donald Trump drängt die Europäer offenbar, ihre Energiepolitik zu ändern und wieder stärker auf russisches Gas zu setzen. Das berichtet das Wall Street Journal. Ziel sei es, den Kreml zu besänftigen.
Hintergrund sind die hohen Energiepreise, die der Iran-Krieg ausgelöst hat. Trump steht wegen dieser Preissteigerungen selbst unter Druck. Nach Darstellung des Blattes übt seine Regierung nun ihrerseits Druck auf die europäischen Partner aus, damit diese ihre bisherige Linie gegenüber Moskau überdenken. Der Bericht legt nahe, dass die Forderung aus Washington nicht zuletzt der eigenen wirtschaftlichen und politischen Lage geschuldet ist, denn steigende Energiepreise treffen Verbraucher und Unternehmen unmittelbar und belasten die öffentliche Stimmung.
Für Investoren könnte eine Rückkehr zu russischen Gaslieferungen ein lohnendes Geschäft sein, wie die Frage in der Überschrift nahelegt. Konkrete Zahlen zu möglichen Liefermengen, Preisen oder Verträgen nennt der Bericht in der vorliegenden Form jedoch nicht. Ebenso ist offen, wie die betroffenen europäischen Regierungen auf die Forderung reagieren. Die Ausgangslage ist damit klar umrissen: Ein Energiepreisschock aus dem Nahen Osten trifft auf den Wunsch Washingtons, das Verhältnis zu Moskau zu entspannen, während die Europäer ihre Abhängigkeit von russischen Lieferungen seit Beginn des Ukraine-Krieges deutlich reduziert haben.
Die Debatte fällt in eine politisch angespannte Phase in den Vereinigten Staaten. Am 3. November 2026 finden die Midterms statt, bei denen das gesamte Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel der 100 Sitze im Senat neu gewählt werden. Die Zwischenwahlen gelten als Stimmungstest für die Politik des Präsidenten und seiner Regierung. Nach aktuellen Umfragen laufen Trumps Republikaner Gefahr, eine Niederlage zu erleiden; sie halten derzeit 219 Sitze im Repräsentantenhaus gegenüber 214 der Demokraten, im Senat verfügen sie über 53 zu 47 Sitze. Ein Machtwechsel könnte die politischen Vorhaben des Präsidenten deutlich schwieriger umsetzbar machen. Vor diesem Hintergrund dürfte die Energiefrage auch innenpolitisch an Gewicht gewinnen, zumal die Zwischenwahlen traditionell von der wirtschaftlichen Stimmung im Land geprägt werden.
Quelle: n-tv.de
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