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US-Notenbank Fed legt nach erster Zinserhöhung seit drei Jahren eine Pause ein

Die US-Notenbank Federal Reserve hält den Leitzins nach der Erhöhung im September unverändert. Eine Mehrheit der Mitglieder sprach sich für eine Pause aus, doch viele Experten erwarten im Dezember einen weiteren Zinsschritt nach oben.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins nach der ersten Erhöhung seit mehr als drei Jahren unverändert gelassen. Die Zinsspanne bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent, wie der Zentralbankrat in Washington mitteilte. Die Pause dürfte jedoch nicht lange anhalten, da die Inflation weiterhin auf hohem Niveau verharrt.

Eine Mehrheit von zehn stimmberechtigten Mitgliedern stimmte für die Zinspause, zwei Mitglieder signalisierten Bereitschaft für eine Erhöhung um einen Schritt. Bereits im Vorfeld hatte eine große Mehrheit der Volkswirte mit einer Pause gerechnet. Die Notenbank betonte, die Inflation verharre auf einem hohen Niveau, und versicherte, sie werde für Preisstabilität sorgen.

Mitte September hatte die Fed erstmals seit Juli 2023 den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Fed-Chef Kevin Warsh argumentierte, der Schritt unterstütze eine schnellere Rückkehr zum Inflationsziel von zwei Prozent. Die Teuerungsrate lag zuletzt jedoch fast doppelt so hoch: Die Verbraucherpreise stiegen im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent und näherten sich damit dem höchsten Stand seit über drei Jahren an.

Angetrieben wurde die Preisentwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft vor allem durch die Kosten für Energie. Wichtige Rohstoffe wie Erdöl hatten sich in den vergangenen Wochen infolge des Iran-Kriegs deutlich verteuert. Zusätzlich heizen der Boom rund um Künstliche Intelligenz und solide Konsumausgaben die Inflation weiter an. Gleichzeitig verlangsamte sich das Beschäftigungswachstum deutlich.

Der DWS-Chefvolkswirt für die USA, Christian Scherrmann, sagte, weder Inflation noch Beschäftigung lieferten den Notenbankern ein klares Signal. Im Zweifel dürfte Warsh der Preisstabilität eine größere Priorität einräumen. Stephan Bales, US-Experte bei der Förderbank KfW, hält einen weiteren Zinsschritt nach oben bei der letzten Sitzung des Jahres im Dezember angesichts des hartnäckigen Inflationsdrucks kaum für vermeidbar.

Innerhalb der Fed erwarteten 16 der 18 befragten Mitglieder mindestens eine weitere Erhöhung um einen Schritt in diesem Jahr, vier von ihnen können sich eine noch deutlichere Straffung vorstellen. Ein ähnliches Bild zeichnet sich für 2027 ab: 14 Mitglieder rechnen mit einem Leitzins von mindestens 4,00 bis 4,25 Prozent, eine knappe Mehrheit davon sogar mit 4,25 bis 4,5 Prozent. Neue Projektionen werden zur Dezember-Sitzung veröffentlicht.

Eine Zinssenkung, wie sie US-Präsident Donald Trump seit langem verlangt, halten Experten dagegen für unrealistisch, da sie sich nicht mit den aktuellen Wirtschaftsindikatoren begründen lasse. Trump hatte zuletzt gefordert, der Leitzins solle «bei einem Prozent oder darunter liegen». Die Notenbank versucht mit ihren Entscheidungen, einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und möglichst vielen Vollbeschäftigten zu finden. Höhere Zinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Unternehmen und bremsen damit die Wirtschaft, niedrigere Zinsen stimulieren Wachstum, können aber die Inflation anheizen.

Auch in Europa wird auf die Geldpolitik geschaut: Die Europäische Zentralbank dürfte bei ihrer Sitzung am Donnerstag in Frankfurt trotz gestiegener Inflation die Zinsen nicht anheben. Volkswirte rechnen damit, dass sie den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins bei 2,5 Prozent belässt.

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Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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