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stern.de

Weltbank erwartet weiter steigende Lebensmittelpreise bis 2027

Die Weltbank rechnet im laufenden Jahr mit einem deutlichen Anstieg der Nahrungsmittel- und Energiepreise, der vor allem auf den Krieg der USA gegen den Iran zurückgeht. Auch für 2027 wird ein weiterer Preisanstieg bei Lebensmitteln erwartet.

Die Weltbank erwartet, dass Lebensmittel in den kommenden zwei Jahren weiter teurer werden. Nach ihrem Rohstoff-Ausblick dürften die Nahrungsmittelpreise in diesem Jahr um etwa ein Zehntel gegenüber dem Vorjahr steigen. Für 2027 rechnet die Organisation mit einem weiteren Anstieg um sieben Prozent.

Als Hauptursache nennt die Weltbank den Krieg der USA gegen den Iran. Infolge der Kampfhandlungen war der Rohstoffhandel durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gekommen. Auch Monate nach Beginn des Konflikts liegt der Transport durch die Meerenge weiterhin weit unter dem Niveau vor dem Krieg. Die Energiepreise dürften deshalb in diesem Jahr deutlich stärker anziehen, und zwar um knapp ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Die Experten gehen jedoch davon aus, dass die Energiepreise im Jahr 2027 wieder nachgeben.

Neben den Energiekosten belasten auch unterbrochene Getreidelieferungen, durch ungünstiges Wetter bedrohte Ernten sowie hohe Kraftstoff- und Düngerpreise die Lebensmittelversorgung. Diese Faktoren treiben die Preise nach Einschätzung der Weltbank auch im kommenden Jahr weiter nach oben. Gerade der Dünger ist für die Landwirtschaft ein zentraler Kostenfaktor, so dass hohe Preise für Düngemittel sich direkt auf die Erzeugung auswirken können.

Insgesamt rechnet die Weltbank in diesem Jahr mit einem Anstieg der Rohstoffpreise um 23 Prozent. Auch hier wird erwartet, dass die Preise im Jahr 2027 insgesamt wieder sinken. Die Prognosen setzen allerdings voraus, dass sich die Konflikte nicht wesentlich verschärfen und die globalen Rohstoffversorgungsketten nicht weiter beeinträchtigt werden. Zur Erläuterung hieß es, genau dieser Punkt sei entscheidend für die Einschätzung.

Die Weltbank warnt, dass die Entwicklung deutlich ungünstiger ausfallen könnte. Sollte der Iran-Krieg eskalieren oder die Schäden an der russischen Ölinfrastruktur andauern, könnten die Energiepreise noch stärker zulegen. Auch ein stärkerer Einfluss des Wetterphänomens El Niño oder höher als erwartet ausfallende Energiepreise könnten eine Nahrungsmittelkrise auslösen.

Eine solche Krise hätte nach Einschätzung der Institution Folgen für die ärmsten Teile der Weltbevölkerung. Wie bereits Anfang der 2010er-Jahre würde sie noch mehr Menschen in extreme Armut treiben. Die Weltbank meint damit Menschen, die von weniger als drei US-Dollar am Tag leben. Derzeit zählt das Institut in Washington rund 811 Millionen Betroffene weltweit.

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Elena Mertens

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Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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