Bei einer Parade zum Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist am Samstagabend ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gefahren. Nach Angaben der Polizei kam dabei mindestens ein Mensch ums Leben. Etwa 15 Personen wurden verletzt, einige von ihnen schwer, wie ein Sprecher mitteilte. Der Vorfall ereignete sich im Großen Tiergarten, wo sich zahlreiche Feiernde versammelt hatten. Der CSD in Berlin ist eine der größten Veranstaltungen dieser Art in Europa und zieht jedes Jahr Hunderttausende Menschen an.
Die Polizei leitete umgehend einen Großeinsatz ein. Rettungskräfte versorgten die Verletzten vor Ort und brachten die Schwerverletzten in umliegende Krankenhäuser. Ein Sprecher bestätigte, dass mehrere Opfer lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Zeugen berichteten zudem von Stichverletzungen, die im Zusammenhang mit dem Vorfall stehen könnten. Die genauen Umstände sind noch unklar. Der Fahrer des Lieferwagens wurde von der Polizei festgenommen. Die Beamten durchsuchen derzeit das Fahrzeug und sichern Spuren. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt, die Spurensicherung ist im Einsatz.
Der Christopher Street Day ist eine jährliche Veranstaltung, die an die Stonewall-Aufstände in New York erinnert und für die Rechte der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und queeren Gemeinschaft eintritt. In Berlin findet die Parade traditionell im Juni oder Juli statt und zieht Hunderttausende Teilnehmer an. Der Tiergarten, ein großer innerstädtischer Park, war einer der zentralen Orte der diesjährigen Feierlichkeiten. Der Vorfall ereignete sich am Abend, als sich noch viele Menschen auf dem Gelände befanden. Die Veranstaltung wurde nach dem Zwischenfall zunächst unterbrochen. Der Vorfall sorgte bei den Feiernden für Panik und Entsetzen.
Die Berliner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar. Es wird geprüft, ob der Fahrer absichtlich in die Menschenmenge steuerte oder ob ein Unfall vorliegt. Ein politisches Motiv wird derzeit weder bestätigt noch ausgeschlossen, wie der Polizeisprecher sagte. Die Ermittler befragen Zeugen und werten Videoaufnahmen aus. Zeugen, die etwas beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Der Vorfall hat bei den Teilnehmern und Organisatoren des CSD Bestürzung ausgelöst. Die Veranstalter appellierten an die Öffentlichkeit, Ruhe zu bewahren und den Ermittlungen nicht vorzugreifen. Die Polizei betonte, dass der Einsatz weiterhin laufe und weitere Informationen im Laufe des Sonntags erwartet würden. Stadt und Polizei haben ihre Anteilnahme bekundet. In den sozialen Medien drückten zahlreiche Nutzer ihre Trauer und Solidarität mit den Opfern aus.
