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Montag, 31. August 2026

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Erneute Proteste gegen Massentourismus auf Mallorca

Rund 1.000 Einheimische haben auf Mallorca gegen die Folgen des Massentourismus demonstriert. Mit einer Sitzkette vom Zentrum Palmas bis zum Regierungssitz protestierten sie gegen steigende Mieten und Wohnungsnot. Die Aktion folgt auf eine Großdemonstration Ende Juli mit etwa 25.000 Teilnehmern.

Einheimische auf Mallorca haben erneut gegen die Folgen des Massentourismus protestiert. Nach Polizeiangaben bildeten rund 1.000 Demonstranten eine Sitzkette, die sich von der Plaza de España bis zum Regierungssitz am Meer erstreckte. Mit selbst gemalten Transparenten machten sie ihrem Unmut Luft. Auf Schildern standen Slogans wie „Your paradise, our hell“ (Euer Paradies, unsere Hölle), „Waiting line for a rent in Palma“ (Warteschlange für eine Mietwohnung in Palma) oder schlicht „Tourist go home“.

Da die Zahl der Teilnehmer für eine durchgehende Kette nicht ausreichte, unterteilte der Veranstalter die Strecke in mehrere Abschnitte. Für den Protest zeichneten die Umweltverbände GOB und Terraferida verantwortlich. Die Initiative „Menys Turisme, més vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben), die sonst Zehntausende Menschen für die Demonstrationen mobilisiert, fehlte bei dieser Aktion. Erst Ende Juli hatten rund 25.000 Menschen gegen den Tourismus auf der größten der Balearen-Inseln demonstriert.

Die seit Jahren andauernden Kundgebungen richten sich nach Angaben der Organisatoren nicht gegen die Urlauber an sich, sondern gegen die Folgen des Massentourismus. Wohnraum auf Mallorca ist in den vergangenen Jahren immer teurer geworden. Daran trägt nach Einschätzung der Veranstalter auch die illegale Ferienvermietung eine Mitschuld. Der anhaltende Besucherboom verschärft die Wohnungsnot auf der Insel spürbar.

Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Tourismus sind auf Mallorca seit langem ein zentrales gesellschaftliches Thema. Einheimische klagen darüber, dass sie sich Mieten in den Küstenorten und in der Hauptstadt Palma kaum noch leisten können. Gleichzeitig steigt die Zahl der Ferienwohnungen, die dem regulären Wohnungsmarkt entzogen werden. Die Protestbewegung fordert von den Behörden strengere Regeln für die Vermietung von Wohnraum an Urlauber und eine Begrenzung des Tourismuswachstums.

Die Demonstration am Wochenende blieb nach bisherigen Erkenntnissen friedlich. Die Polizei sprach von einer geordneten Versammlung. Ob die Bewegung mit weiteren Aktionen in den kommenden Wochen rechnet, blieb zunächst offen. Die Organisatoren kündigten an, den Druck auf die Politik aufrechtzuerhalten, bis konkrete Maßnahmen gegen die Wohnungsnot ergriffen werden.

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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