Forscher entdecken drei deutsche Kriegs-U-Boote in Ostsee und Mittelmeer
Taucher haben in der polnischen Ostsee zwei deutsche U-Boote aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Auch vor Griechenland wurde ein Torpedoboot gefunden. Insgesamt starben bei den Untergängen mindestens 115 Matrosen.
Drei deutsche Wracks aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs sind in der polnischen Ostsee und im Ionischen Meer entdeckt worden. Bei den Funden in der Ostsee handelt es sich um die beiden U-Boote U-583 und U-649, wie Christian Lübcke vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mitteilte. Das Wrack eines deutschen Torpedoboots wurde zudem vor der griechischen Hafenstadt Preveza in 96 Metern Tiefe lokalisiert.
Das U-Boot U-583 wurde östlich der Insel Bornholm am Rande der polnischen Wirtschaftszone gefunden. Alle 45 Besatzungsmitglieder starben beim Untergang. Von der U-649 konnten sich elf Menschen retten, jedoch kamen auch dort 35 Besatzungsmitglieder ums Leben. Beide U-Boote sanken nach Angaben von Lübcke bei Ausbildungsfahrten nach Kollisionen mit anderen U-Booten: U-583 im Jahr 1941, U-649 im Jahr 1943. Das Durchschnittsalter beider Besatzungen lag bei etwa 24 Jahren, die Matrosen stammten aus dem gesamten Reichsgebiet.
Die Suche nach dem Torpedoboot LS 6 begann bereits vor 13 Jahren, sagte der technische Tauchlehrer und Entdecker Marinos Giourgas. Ausgangspunkt waren Angaben aus deutschen Militärarchiven über ein unbekanntes Wrack in der Region zwischen der Insel Lefkada und Preveza. Der griechische Historiker und Unterwasserforscher Giorgos Karelas grenzte das mögliche Suchgebiet auf wenige Stellen ein. Erst jetzt gelang es zwei technischen Tauchern, das Wrack in großer Tiefe zu erreichen und fotografisch zu dokumentieren. Anhand der Aufnahmen und der historischen Unterlagen konnte das Schiff als LS 6 identifiziert werden.
Das LS 6 war zusammen mit seinem Schwesterschiff LS 5 nach Griechenland gebracht worden und sollte für Einsätze der deutschen Kriegsmarine genutzt werden, teilten die griechischen Forscher mit. Bei seiner letzten Mission im Ionischen Meer wurde das Boot schwer beschädigt und zur Reparatur nach Korfu gebracht. Während des Transports zur Instandsetzung in Piräus nahm das Schiff jedoch Wasser auf und sank im September 1943 vor Preveza.
Auch die Suche nach dem Wrack der U-583 dauerte bereits seit einiger Zeit an. Es war der dritte Versuch des polnischen Vereins für Wracktauchgänge, das Wrack zu finden. „Das Wrack von U-583 ist in einem sehr guten Zustand. Es ist praktisch in einem Stück erhalten, aber von sehr vielen Fischernetzen umwickelt“, erzählte Vereinschef Piotr Wytychowski dem Sender Pol Sat News. Deshalb habe man den Fund den zuständigen Behörden gemeldet und wolle genauere Untersuchungen in Zusammenarbeit mit diesen angehen.
Geborgen werden sollen die Gebeine aus den Wracks nicht. Um sicherzustellen, dass die Toten weiterhin ihre Ruhe haben und Plünderer abgeschreckt werden, erwägt der Volksbund, eine Tauchverbotszone bei den polnischen Behörden zu erwirken.




