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Montag, 31. August 2026

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Fall Fabian: Verwandter schildert Geldsorgen und Verlustängste der Angeklagten

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian hat ein Verwandter der Angeklagten vor dem Landgericht Rostock ausgesagt. Er berichtete von finanziellen Problemen der 30-Jährigen, einer geplanten Umschuldung und ihrer langjährigen Verlustangst. Die Beziehung zu Fabians Vater beschrieb er als überwiegend harmonisch, erwähnte aber auch einen Vorfall von Handgreiflichkeit.

Im Mordprozess um den Tod des achtjährigen Fabian hat ein Verwandter der Angeklagten vor dem Landgericht Rostock neue Einblicke in das Leben der 30-Jährigen gegeben. Der Zeuge schilderte am Vormittag finanzielle Schwierigkeiten der Frau sowie ihre seit Jahren bestehenden Verlustängste. Zur Frage ihrer Schuld oder Unschuld wollte er sich nicht festlegen: Er könne niemandem in den Kopf schauen, sagte der Mann. Auf die Frage, ob er eine Erklärung für den Tod des Jungen habe, antwortete er: „Gar nicht.“

Nach Angaben des Verwandten hatte die Angeklagte Anfang 2025 aus finanziellen Gründen eine Umschuldung angestrebt. Für die Aufnahme eines neuen Kredits in fünfstelliger Höhe habe sie ihn um eine Bürgschaft gebeten, der er zugestimmt habe. Aktuell zahlten ihre Großeltern, bei denen die Frau zuletzt gewohnt habe, die Raten. Die Schilderungen zeichnen das Bild einer Frau, die unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stand.

Die Beziehung zwischen der Angeklagten und Fabians Vater, den der Zeuge seit Jahren kennt, beschrieb er als „hauptsächlich harmonisch“. Allerdings berichtete er auch von einer Situation, die an ihn herangetragen worden sei: Der Kindesvater soll der Angeklagten gegenüber handgreiflich geworden sein. Das sei in seiner Erinnerung etwa zwei Jahre her. Zudem erklärte der Zeuge, die Angeklagte habe schon in jungen Jahren Verlustängste gehabt; es falle ihr schwer, Menschen gehen zu lassen, die sie ins Herz geschlossen habe. Zum Umgang der Frau mit ihrem eigenen Sohn und mit Fabian konnte er keine näheren Angaben machen.

Wie bereits in früheren Verhandlungstagen wurden auch diesmal mehrere Sprach- und Textnachrichten verlesen und abgespielt, die erneut die Beziehungsprobleme zwischen der Angeklagten und Fabians Vater offenlegten. Besonders eindrücklich waren die Nachrichten vom Tag nach dem Fund des Leichnams, die sich die beiden im Minutentakt schickten. „Mein Sohn ist tot. Das Leben ist scheiße“, sagte der Kindesvater demnach. „Man fühlt sich einfach leer, hilflos.“ Die Angeklagte erwiderte darauf: „Es ist auch für mich nicht einfach.“

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Als mögliches Motiv gilt das Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und das zeitweise Ende dieser Beziehung. Am Montag hatte die Frau erstmals in dem Verfahren ausgesagt und die Tatvorwürfe in einer vierstündigen Erklärung zurückgewiesen.

Der Verhandlungstag endete nach zweieinhalb Stunden am Mittag. In der kommenden Woche stehen weitere Termine an: Unter anderem soll eine Anstaltspsychologin über das bisherige Verhalten der Angeklagten in der Untersuchungshaft berichten. Außerdem sollen drei Kinder per Videoschalte als Zeugen befragt werden. Das Landgericht hatte am Donnerstag sechs zusätzliche Verhandlungstermine bis zum 8. Oktober angesetzt. Ursprünglich hätte das Urteil bereits am 10. September gesprochen werden sollen. Der Prozess läuft seit Ende April.

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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