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Sonntag, 8. November 2026

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Forscher erklären letzten Gletscher in den Allgäuer Alpen für nicht mehr existent

Der Schwarzmilzferner auf der Tiroler Seite der Allgäuer Alpen hat in diesem Sommer so stark an Masse verloren, dass Experten ihn nicht mehr als Gletscher einstufen.

Der Schwarzmilzferner auf der Tiroler Seite der Allgäuer Alpen ist nach Einschätzung von Experten kein Gletscher mehr. Der Eiskörper hat in diesem Sommer so viel Masse verloren, dass er neu eingestuft wurde. Bislang galt er als letzter Gletscher auf der österreichischen Seite der Allgäuer Hochalpen, nun fällt diese Bezeichnung weg.

Die Neubewertung ist die Folge des starken Massenverlusts in den vergangenen Monaten. Wie viel Eis genau verloren gegangen ist, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Ebenso fehlen Angaben zur genauen Methode der Vermessung und zur Institution, die die Messungen vorgenommen hat. Die Einstufung beruht auf der Einschätzung von Fachleuten, die den Eiskörper beobachten.

Der Fall steht exemplarisch für die Lage der Gletscher in den Alpen. Auch für andere Gletscher werden die Prognosen als ähnlich düster beschrieben. Der Schwarzmilzferner ist dabei kein Einzelfall, sondern Teil einer Entwicklung, in der das Eis unter steigenden Temperaturen immer weiter schwindet. Für den Verlust des Eises bedeutet die Neueinstufung zugleich, dass ein Stück alpiner Landschaft seinen bisherigen Status verliert.

Unklar ist bislang, ob weitere Eisflächen in den Allgäuer Alpen vor einer vergleichbaren Neubewertung stehen. Die vorliegenden Berichte geben dazu keine Auskunft. Offen bleibt damit, ob der Schwarzmilzferner der erste Fall in der Region bleibt oder ob weitere Eisflächen folgen.

Über den Fall berichteten mehrere große deutschsprachige Medien nahezu übereinstimmend, darunter das Handelsblatt, die Zeit und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Berichte stützen sich auf die Einschätzung der Fachleute und zeichnen dasselbe Bild. Eine unabhängige Einordnung durch weitere Stellen lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor. Die Neubewertung macht deutlich, wie rasch sich der Gletscherbestand in den Alpen verändern kann, wenn die Sommer warm bleiben und das Eis weiter an Masse verliert.

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Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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