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Montag, 21. September 2026

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Jean Pütz feiert 90. Geburtstag: Ein Leben voller Neugier

Jean Pütz wird 90: Der Wissenschaftsjournalist denkt noch nicht ans Aufhören

Der langjährige «Hobbythek»-Moderator Jean Pütz feiert am 21. September seinen 90. Geburtstag. Der gebürtige Kölner blickt auf einen ungewöhnlichen Lebensweg vom Elektriker zum Wissenschaftsjournalisten zurück und veröffentlicht auch mit 90 noch ein Buch zur Energiepolitik.

Der Wissenschaftsjournalist und langjährige «Hobbythek»-Moderator Jean Pütz feiert am 21. September seinen 90. Geburtstag. Generationen von Fernsehzuschauern kennen ihn als den Mann mit den dunklen Locken und dem markanten Schnurrbart, der in der legendären WDR-Sendung «Hobbythek» von 1974 bis 2004 komplizierte naturwissenschaftliche und technische Vorgänge für den Alltag erklärte. Sein Markenzeichen war der Satz «Ich hab' da mal was vorbereitet!».

Pütz wurde als Sohn eines Kölner Bierbrauers und einer Luxemburgerin geboren und verbrachte seine Jugend weitgehend in Luxemburg. Nach Abschluss der Hauptschule absolvierte er eine Elektrikerlehre und arbeitete anschließend als Betriebselektriker im Eisenhüttenwerk Luxemburg. 1955 bestand er eine Aufnahmeprüfung für Sonderbegabte, 1956 begann er ein Ingenieurstudium für Nachrichtentechnik in Köln, das er 1959 als Diplomingenieur abschloss. Danach holte er das Abitur nach und studierte Physik und Mathematik auf Lehramt. Nach dem Abschluss 1964 folgten Referendariat sowie ein paralleles Studium der Soziologie und Volkswirtschaft. Anschließend arbeitete er als Studienrat und unterrichtete Mathematik, Physik und Elektronik.

Der Lehrerberuf war jedoch nie sein Traum. Bereits während seines Studiums in Köln war Pütz als freier Mitarbeiter beim Westdeutschen Rundfunk tätig, ab 1970 dann als festangestellter Redakteur. Schon bald leitete er die Redaktion Naturwissenschaft und Technik und führte die «Hobbythek» zu einem großen Fernseherfolg. Auch nach Erreichen des Rentenalters blieb er beruflich aktiv: Für den WDR arbeitete er zunächst als freier Mitarbeiter weiter, später war er unter anderem im ZDF-Magazin «Volle Kanne» zu sehen und tourte mit seiner «Pützmunter»-Show durch Deutschland. Zudem veröffentlichte er rund 80 Bücher.

Auch mit 90 Jahren denkt Pütz nicht ans Aufhören. In seinem neuen Buch «Wie wir von fossilen Energien unabhängig werden – Mehr Rationalität statt Heureka-Politik» beschäftigt er sich mit der Energieversorgung der Zukunft und setzt dabei vor allem auf grünes Methanol als weltweit handelbaren flüssigen Energieträger. Dass Ruhestand für ihn lange keine Option war, machte er bereits mit 83 Jahren deutlich. Damals sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung»: «Ich kann mir nicht vorstellen, aufzuhören zu arbeiten. Wahrscheinlich mache ich es, bis ich umfalle.»

Neben seiner beruflichen Karriere sorgte auch sein Privatleben für Schlagzeilen. 2010 wurde Pütz im Alter von 74 Jahren noch einmal Vater. «Eine ältere Dame mit klassisch-konservativen Vorstellungen sagte mir mal, dass ich unten durch sei und dass sich das nicht gehöre, in diesem Alter noch Kinder zu bekommen. Aber mir ist das egal, ich habe immer mein Leben gelebt», sagte er der «Bild». In seiner Biografie «Ich hab' da mal was vorbereitet. Ein Glückspilz packt aus» und in zahlreichen Interviews sprach er offen über sein Privatleben. Seine erste Ehe, aus der Sohn Jörn Pütz (geb. 1959) stammt, sei sehr offen gewesen. Mit seiner dritten Ehefrau Pina Coluccia, einer gebürtigen Süditalienerin, die er an einem FKK-Strand kennenlernte, kam er zur Ruhe. 1999 kam der gemeinsame Sohn Jean Adrian zur Welt, 2004 heiratete das Paar, 2010 folgte Tochter Julie.

Inzwischen machen sich auch gesundheitliche Rückschläge bemerkbar. Pütz hat einen Oberschenkelhalsbruch und eine Operation für eine neue Herzklappe hinter sich. Zudem leidet er an altersbedingter Makuladegeneration, sein Sehvermögen liegt nach eigenen Angaben nur noch bei zwei Prozent. Seine Lebensfreude hat er dennoch nicht verloren. Zu seinem 90. Geburtstag plant er nach eigenen Worten bereits weitere Projekte.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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