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Dienstag, 15. September 2026

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Ralf Bauer wird 60 und spricht über Geld, Alter und Kinderlosigkeit

Der Schauspieler Ralf Bauer blickt kurz vor seinem 60. Geburtstag auf seine Karriere zurück, bereut finanzielle Entscheidungen und spricht offen über die Unsicherheiten des Schauspielerberufs im Alter.

Der Schauspieler Ralf Bauer hat kurz vor seinem 60. Geburtstag offen über verpasste Chancen bei der Altersvorsorge, seine Sicht auf das Älterwerden und die Frage nach Kindern gesprochen. Der gebürtige Karlsruher, der seit langem in Baden-Baden lebt, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er glaube, dass er vielleicht kein guter Vater gewesen wäre. Früher habe er immer eine Fußballmannschaft haben wollen, inzwischen sei er nicht mehr sicher, ob das mit seinem Beruf als Schauspieler und den unregelmäßigen, teils langen Drehzeiten vereinbar gewesen wäre.

Ob er doch noch Kinder haben werde, liege nicht in seiner Hand. «Wenn das sich ergibt, wenn das kommt, dann kommt es. Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm», sagte Bauer. Der Schauspieler blickt dankbar auf seine bisherige Karriere zurück, bereut jedoch finanzielle Entscheidungen. Durch das unregelmäßige Arbeiten drohe vielen Kolleginnen und Kollegen Altersarmut – auch er hätte sich besser absichern sollen. «Ich glaube, ich hätte früher investieren müssen. Ich hätte früher irgendwie das Geld nutzen müssen, anstatt immer zur Miete zu wohnen», sagte er. Früher habe er einfach in den Tag hineingelebt und gedacht, «das Alter kommt nicht zu mir».

Davon abgesehen gebe es wenig, was er bedauere. «Ich vergesse immer sehr schnell, was schlecht gewesen ist, versuche das zu verdrängen oder vergesse das wirklich oder hake das ab», sagte er. Die Zahl 60 sei für ihn bis jetzt nicht greifbar. «Ich denke immer, ich bin noch 25. Deswegen, weil Zahlen schon seit ganz langer Zeit irgendwie keine Relevanz mehr für mich haben.» Der Gedanke an den Tod schrecke ihn, der sich viel mit buddhistischer Lehre beschäftige, nicht. Die Idee der Wiedergeburt liege ihm näher als die Idee von Himmel oder Hölle. Sein Vater habe immer zu ihm gesagt: Sei auf dem Weg nach oben zu allen Menschen nett, weil auf dem Abstieg könntest du ihnen wieder begegnen. «Das habe ich eigentlich immer beibehalten.»

Bauer hatte in den 90er Jahren durch die ARD-Surfer-Serie «Gegen den Wind» große Bekanntheit erlangt. Er engagiert sich seit Jahren für Tibet, lebte mit buddhistischen Mönchen und arbeitet neben der Schauspielerei auch als Yogalehrer. Bald geht er mit dem Theaterstück «Das Lächeln am Fuße der Leiter» von Henry Miller auf Solotour. Etwa 60 Vorstellungen seien bis ins Jahr 2028 hinein geplant. Überhaupt sei Theater seine große Leidenschaft und biete auch für ältere Schauspieler gute Möglichkeiten. «Das Theater ist ein längerer Freund als das Fernsehen oder der Film.»

Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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