Regenbogenbank zum Gedenken an CSD-Anschlag im Tiergarten zerstört
Eine erst vor wenigen Wochen im Berliner Tiergarten aufgestellte Regenbogenbank, die an den tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day erinnern sollte, ist von Unbekannten zerstört worden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Eine Regenbogenbank im Berliner Tiergarten, die erst vor wenigen Wochen zum Gedenken an den tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) aufgestellt worden war, ist von Unbekannten zerstört worden. Die Bank sollte der queeren Community einen Ort der Anteilnahme bieten und an das Attentat erinnern, bei dem im vergangenen Jahr mehrere Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden waren. Der genaue Tatzeitpunkt ist bislang unklar, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Nach Angaben der Behörden übernahm der Staatsschutz die Bearbeitung des Falls, da eine politisch motivierte Tat naheliegend erscheint. Die Zerstörung der Bank wird als gezielter Angriff auf ein Symbol der queeren Gemeinschaft gewertet. Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Ermittler prüfen derzeit, ob es Verbindungen zu ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit gibt.
Die Regenbogenbank war an einem zentralen Ort im Tiergarten aufgestellt worden, unweit der Stelle, an der sich der Anschlag ereignet hatte. Sie sollte nicht nur als Mahnmal dienen, sondern auch als Ort der Trauer und des Zusammenkommens für Angehörige, Freunde und alle, die von dem Attentat betroffen waren. Die Aufstellung war von der Stadt Berlin gemeinsam mit Vertretern der queeren Community organisiert worden und hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche Menschen angezogen, die dort Blumen niederlegten und Kerzen anzündeten.
Die Nachricht von der Zerstörung löste in der Berliner Stadtgesellschaft und darüber hinaus große Bestürzung aus. Vertreter der queeren Community zeigten sich erschüttert und sprachen von einem erneuten Angriff auf die queere Gemeinschaft. Der Anschlag auf den CSD hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst und eine Debatte über den Schutz von LGBTQ-Veranstaltungen und die Sicherheit queerer Menschen im öffentlichen Raum angestoßen. Politiker verschiedener Parteien verurteilten die Tat und riefen zu Zusammenhalt auf.
Die Stadtverwaltung kündigte an, die Bank so schnell wie möglich zu reparieren oder zu ersetzen. Man wolle ein klares Zeichen setzen, dass solche Zerstörungen nicht akzeptiert würden und der Ort des Gedenkens erhalten bleibe. Gleichzeitig werde geprüft, ob die Bank künftig besser geschützt werden könne, etwa durch Videoüberwachung oder regelmäßige Streifengänge der Polizei in dem Bereich. Die Ermittlungen des Staatsschutzes dauern an.




