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Gesellschaft

Yemisi Mabry: ZDF-Doku über Olympiasiegerin zeigt ihren ungewöhnlichen Weg

Zwei Jahre nach ihrem Olympiasieg in Paris widmet das ZDF der Kugelstoßerin Yemisi Mabry eine Dokumentation. Im Interview spricht sie über ihren überraschenden Goldmedaillengewinn, ihre Karriere vom Ballett zum Kugelstoßen und die Bedeutung von Glauben und Familie.

Yemisi Mabry: ZDF-Doku über Olympiasiegerin zeigt ihren ungewöhnlichen Weg
Die Olympiasiegerin von 2024 im Interview: Yemisi Mabry: "Mir kommen irgendwie immer Tränen, wenn ich an diesen Tag denke"
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Das ZDF porträtiert die Olympiasiegerin Yemisi Mabry in einer neuen Dokumentation. Die Reportage «37°: Das Gold ihres Lebens – Kugelstoßerin Yemisi» begleitet die 27-Jährige beim Training und in ihrem Privatleben. Mabry, die bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris überraschend Gold im Kugelstoßen gewann, gibt in dem Film und einem begleitenden Interview tiefe Einblicke in ihren außergewöhnlichen Lebensweg.

Am 9. August 2024 gelang Yemisi Ogunleye, wie sie damals noch hieß, mit einem Stoß auf 20,0 Metern der größte Erfolg ihrer Karriere. Als Außenseiterin gestartet, krönte sie sich zur Olympiasiegerin für Deutschland. Im Rückblick beschreibt sie diesen Tag als «unmöglich» und ist noch immer emotional berührt. «Mir kommen irgendwie immer Tränen, wenn ich an diesen Tag denke», sagt Mabry im Interview. Sie habe in dem Moment eine tiefe Ruhe gespürt, obwohl sie mit Nervosität gerechnet hatte. Ihr Ziel sei gewesen, ihre sechs Stöße zu absolvieren und die 20-Meter-Marke zu knacken – unabhängig von einer Medaille.

Die Doku zeigt auch die Schattenseiten ihres Aufstiegs. Als Kind wurde Mabry aufgrund ihrer Körpergröße und ihrer Hautfarbe von Mitschülern gemobbt. Sie rät betroffenen Kindern und Jugendlichen, sich nicht unterkriegen zu lassen und an sich zu glauben. Der Weg zum Spitzensport war für sie alles andere als geradlinig: Sie begann mit Ballett, wechselte zum Turnen, war aber bald zu groß und zu schwer für die Geräte. Ein Trainer erkannte ihre Schnelligkeit und überredete sie zur Leichtathletik. Vor sechs Jahren stellte sie ihre Technik auf das Drehstoßen um, das sie mit ihrer Ballettchoreografie vergleicht.

Nach dem Olympiasieg änderte sich Mabrys Leben grundlegend. Die Medienaufmerksamkeit stieg enorm, und sie musste lernen, mit dem öffentlichen Interesse umzugehen. «Man ist viel von zu Hause weg», erklärt die Sportsoldatin der Bundeswehr. Sie kämpfe bewusst darum, sich ihre Privatsphäre zu bewahren und Zeit mit Freunden außerhalb des Sports zu verbringen. «Ich vermisse es schon, bei meiner Oma zu sitzen und Schnitzel mit Pommes zu essen», sagt sie. Auch der Glaube spiele eine zentrale Rolle: Der regelmäßige Kirchenbesuch gebe ihr Halt, auch wenn er durch die vielen Reisen oft zu kurz komme.

Das Privatleben der Athletin hat sich ebenfalls verändert. Seit ihrer Hochzeit mit dem Footballspieler Tyler Mabry trägt sie dessen Nachnamen. Die Goldmedaille hat sie in einem Bilderrahmen in ihrer Wohnung aufgehängt – ein ständiger Anblick, der sie an diesen besonderen Tag erinnert. Die ZDF-Dokumentation, unter der Regie von Tina Soliman und Thorsten Lapp, wird am Dienstag, 28. Juli 2026, um 22.15 Uhr ausgestrahlt und ist bereits ab Montag, 27. Juli, 5 Uhr in der ZDF-Mediathek abrufbar.