Bahn verschiebt Modernisierung der Strecke Halle–Kassel um ein Jahr
Die Deutsche Bahn verlegt geplante Arbeiten auf der Strecke Halle–Kassel um rund ein Jahr nach hinten. Grund sind Verzögerungen bei der Sanierung des Abschnitts Hannover–Berlin, der ab 2027 als Umleitung für Güterzüge dient. In der Region Mansfeld-Südharz wächst der Unmut über die wiederholten Verschiebungen.
Die Deutsche Bahn verschiebt einen Teil der geplanten Modernisierungsarbeiten auf der Bahnstrecke Halle–Kassel um rund ein Jahr. Betroffen ist nach Angaben einer Unternehmenssprecherin die Erneuerung der Stellwerkstechnik zwischen Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen. Die Arbeiten waren bislang für den Sommer 2027 vorgesehen.
Als Grund nennt die Bahn Verzögerungen bei der umfangreichen Sanierung des Streckenabschnitts Hannover–Berlin über Stendal. Entgegen der ursprünglichen Planung werden ab Januar 2027 auch Güterzüge weiträumig über den Abschnitt Halle–Eichenberg umgeleitet. Diese zusätzliche Belastung macht die für 2027 geplanten Bauarbeiten auf der Strecke Halle–Kassel unmöglich, sodass sie nun verschoben werden müssen.
Die Strecke selbst bleibt nach Angaben der Sprecherin grundsätzlich frei und befahrbar. Auch andere Maßnahmen, die die Befahrbarkeit nicht beeinträchtigen, sollen weiter wie geplant umgesetzt werden. Dazu zählen der Umbau des Bahnhofs Lutherstadt Eisleben sowie das Aufstellen sogenannter Modulgebäude, die Technik für elektronische Stellwerke enthalten.
Die gewonnene baufreie Zeit will die Bahn nach eigenen Angaben nutzen, um die Planungen für die künftige Neugestaltung von Verkehrsstationen sowie für Anpassungen an den Bahnsteigen auf dem Streckenabschnitt voranzutreiben. Die Modernisierung der Strecke Halle–Kassel läuft seit 2024. Ursprünglich sollten bis Ende 2028 rund 625 Millionen Euro in Gleisanlagen, neue Stellwerkstechnik und den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Lutherstadt Eisleben fließen.
Die erneute Verzögerung stößt in der betroffenen Region auf Kritik. «Die Menschen in unserer Region haben über Jahre hinweg erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr hinnehmen müssen. Sie erwarten zu Recht, dass angekündigte Modernisierungen auch umgesetzt und nicht immer wieder aufgeschoben werden», sagte der CDU-Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz, André Schröder.
Der Landkreis Mansfeld-Südharz liegt direkt an dem betroffenen Streckenabschnitt. Die Anwohnerinnen und Anwohner warten seit Jahren auf Verbesserungen, insbesondere auf einen barrierefreien Zugang zum Bahnhof Lutherstadt Eisleben. Die Verschiebung der Stellwerksarbeiten bedeutet für sie eine weitere Verzögerung bei der dringend erwarteten Modernisierung ihrer Bahninfrastruktur.
Die Bahn betont, dass die Strecke weiterhin befahrbar bleibt und die laufenden Projekte nicht vollständig zum Erliegen kommen. Ob die ursprünglich veranschlagten 625 Millionen Euro bis Ende 2028 verbaut werden können, ist angesichts der Verschiebung offen. Die Bahn äußerte sich nicht dazu, ob der Zeitplan für die Gesamtmodernisierung angepasst werden muss.
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