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Ermittlungen nach Kurzschluss an Umspannwerk in Bergheim: Reul spricht von Sabotage

Nach einem Kurzschluss an einem Amprion-Umspannwerk in Bergheim bei Köln ermittelt die Polizei wegen verfassungsfeindlicher Sabotage. NRW-Innenminister Herbert Reul erklärte, unbekannte Täter hätten Kabel über Oberleitungen gelegt. Die Stromversorgung war nach Angaben der Betreiber zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Nach dem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte bei einer Pressekonferenz, unbekannte Täter hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so den Kurzschluss verursacht. „Das war Absicht. Wer da rangeht, greift unser Land an“, betonte Reul. Die Ermittler prüften zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus.

Die Polizei war am Dienstagabend gegen 20 Uhr wegen einer technischen Störung zu dem Umspannwerk im Rhein-Erft-Kreis gerufen worden. Durch den Kurzschluss fielen mehrere Leitungen aus. Bereits am frühen Morgen erklärten die Behörden, dass nicht von einem technischen Defekt, sondern von einer vorsätzlichen Tat auszugehen sei. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt, Spurensicherung und Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Über dem Areal kreiste ein Polizeihubschrauber. Die Einsatzleitung liegt bei der Polizei Essen, die für derartige Lagen vorbereitet ist.

Das betroffene Umspannwerk gehört zum Übertragungsnetzbetreiber Amprion mit Sitz in Dortmund. Das Unternehmen erklärte, der Vorfall habe Auswirkungen auf den Betrieb von Kraftwerkszuleitungen gehabt und zu Anlagenausfällen bei der RWE Power geführt. Amprion betonte jedoch: „Die allgemeine Stromversorgung war zu keinem Zeitpunkt davon betroffen und die Systemstabilität immer gewährleistet.“ Fachleute von Amprion arbeiteten mit den Sicherheitsbehörden zusammen, um den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären.

Als Folge der Störung gingen fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke von RWE an den Standorten Bergheim und Grevenbroich vom Netz. Die Blöcke im Rheinischen Revier verfügen über eine Kapazität von insgesamt rund 4.200 Megawatt und speisten zum Zeitpunkt des Vorfalls etwa 3.000 Megawatt benötigte Leistung ins Netz ein. Diese Menge konnte der Übertragungsnetzbetreiber aus anderen Bereichen ausgleichen, sodass die Versorgung nicht beeinträchtigt war. Nach Angaben von RWE Power konnte bereits am Morgen der erste der fünf betroffenen Blöcke wieder ans Netz gehen, zwei weitere sollten im Tagesverlauf folgen.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) zeigte sich angesichts der schnellen Reaktion der Betreiber gelassen: „Die schnelle und professionelle Reaktion von Amprion und RWE hat gezeigt: Unsere Energieversorgung ist robust. Wer auch immer hinter diesem Vorfall steckt: Er hat sich an unseren Profis die Zähne ausgebissen und unsere Energieversorgung nicht aus dem Takt gebracht.“ Ob ein Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlagsversuch in Brandenburg besteht, wird nach Angaben der Ermittler geprüft.

In Brandenburg hatte die Polizei ebenfalls wegen Sabotage ermittelt. Dort hatten Unbekannte nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen. In zwei Fällen gelang dies nach Behördenangaben. In den vergangenen Monaten hatte es zudem weitere Taten gegen die Strominfrastruktur gegeben. Im Januar zündeten mutmaßlich Linksextreme Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins an. Umspannwerke gelten als zentrale und zugleich empfindliche Punkte im Stromnetz.

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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