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Iran greift Regierungsgebäude in Kuwait an

Der Iran hat nach Angaben Kuwaits ein Regierungsgebäude und weitere wichtige Einrichtungen in dem Golfstaat mit Drohnen angegriffen. Die Armee spricht von einer «iranischen Aggression». Teheran droht zugleich mit Angriffen auf kritische Infrastruktur, während US-Präsident Trump neue Schläge erwägt.

Iran greift Regierungsgebäude in Kuwait an
Nahost-Krieg aktuell: Iran greift Regierungsgebäude in Kuwait an
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Der Iran hat nach Angaben der kuwaitischen Regierung ein Regierungsgebäude und weitere «wichtige Einrichtungen» in dem kleinen Golfstaat mit Drohnen angegriffen. Auch Fahrzeuge eines Unternehmens seien getroffen worden, teilte das kuwaitische Außenministerium mit. Die Streitkräfte hätten seit dem frühen Morgen feindliche Drohnen bemerkt und abgeschossen, erklärte die Armee. Durch herabfallende Trümmerteile habe es einige Schäden gegeben, über Opfer wurde nichts bekannt.

Die Armee sprach wie in früheren Fällen von einer «iranischen Aggression» gegen Kuwait. Der kleine Golfstaat gehört zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zu den Ländern, die in dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran bislang besonders häufig angegriffen wurden. In Kuwait sind wie in den übrigen Golfstaaten US-Soldaten stationiert.

Derweil ist in der Straße von Hormus vor der Küste des Oman erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei von einem «unbekannten Geschoss» getroffen worden, das Schäden am Maschinenraum verursacht habe, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Es habe weder Verletzte noch Umweltschäden gegeben. Der Vorfall ereignete sich rund 20 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Lima.

Der Iran verlangt, dass Schiffe in der Straße von Hormus eine Route entlang seiner Küste nehmen, und hat wiederholt erklärt, nur die vom Iran vorgegebene Route durch die Meerenge sei sicher. Der Streit um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, gilt als wesentlicher Grund dafür, dass der Krieg zwischen den USA und dem Iran zuletzt wieder eskalierte.

Angesichts von US-Medienberichten über einen geplanten neuen Großangriff auf Ziele im Iran droht Teheran mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Golfstaaten. Das berichteten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die USA müssten sich bewusst sein, dass Energieanlagen von weltweiter Bedeutung in Saudi-Arabien und Katar innerhalb der Reichweite iranischer Raketen lägen, hieß es weiter. Auch Anlagen in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden genannt.

US-Präsident Donald Trump erwägt US-Medienberichten zufolge bereits an diesem Wochenende neue Angriffe auf Ziele im Iran. Der US-Sender CBS News und das «Wall Street Journal» berichteten unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen davon. Demnach könnte Israel wieder in den Krieg einsteigen. Zuletzt hatten sich Israel und der Iran Anfang Juni gegenseitig angegriffen. Laut der Nachrichtenseite «Axios» könnten die neuen Attacken erneut die Energieinfrastruktur im Iran ins Visier nehmen. Eine finale Entscheidung habe Trump noch nicht getroffen.

Trump selbst hatte weitere Angriffe auf den Iran angekündigt. «Wir werden sie sehr hart treffen», sagte er bei einer Kabinettsitzung auf dem Landsitz Camp David, gefragt nach den nächsten vier Wochen. Einen konkreten Zeitrahmen nannte er nicht. «Wissen Sie, irgendwann werden sie es nicht mehr aushalten können», sagte er. Der Iran habe nach den bisherigen Angriffen noch etwas militärische Kapazitäten, bald jedoch nicht mehr, betonte Trump. In der vergangenen Nacht hatte das US-Militär keine neuen Angriffe auf den Iran gemeldet. Mit Blick auf diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Krieges zeigte sich der Präsident frustriert. Die Iraner hielten sich oft nicht an das Verabredete und stellten Gesprächsinhalte öffentlich falsch dar, kritisierte er. «Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen.»

Neben dem Konflikt mit dem Iran bleibt auch der Gazastreifen ein Krisenherd. Nach der Ankündigung von US-Präsident Trump, eine Einigung über die Entwaffnung der Hamas erzielt zu haben, gibt es aus Israel Hinweise auf eine Ablehnung des Umsetzungsplans. Dieser sieht laut dem von Trump gegründeten Friedensrat parallel zur Einlagerung schwerer Waffen im Gazastreifen einen schrittweisen Abzug der israelischen Armee vor. Bis zur tatsächlichen Entwaffnung werde sich die Armee nicht von der «derzeitigen gelben Linie» zurückziehen, hieß es aus israelischen Regierungskreisen. Die Zeitung «Times of Israel» vermutete, dass Israel nicht bereit sei, sich hinter die ursprünglich vereinbarte Linie zurückzuziehen. Die Hamas hatte ihre Herrschaft im Rest des Gazastreifens seit Beginn der Waffenruhe wieder gefestigt.