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Dienstag, 15. September 2026

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USA bestätigen Waffen im Weltraum – Systeme bleiben geheim

USA bestätigen Waffen in der Erdumlaufbahn

Die US Space Force hat erstmals offiziell bestätigt, Waffen zur Weltraumkontrolle im Orbit stationiert zu haben. Details zu den Systemen bleiben geheim, die Bekanntgabe soll abschreckend wirken.

Die USA haben erstmals offiziell bestätigt, Waffen in der Erdumlaufbahn stationiert zu haben. Ein Sprecher der US Space Force erklärte am Montag, die Vereinigten Staaten verfügten über Waffen zur Weltraumkontrolle im Orbit. Diese seien in der Lage, den gemeinsamen Kampfverband gegen feindliche Aktionen zu verteidigen. Zuvor hatte US-Luftwaffenminister Troy Meink die Stationierung in einer Rede bei einer Militärkonferenz öffentlich gemacht.

Um welche Waffen es sich handelt und seit wann sie sich im All befinden, blieb offen. Meink, der sowohl für die Air Force als auch für die Space Force zuständig ist, lehnte auf Nachfragen weitere Angaben ab. Die Bekanntgabe sei für die Abschreckung wichtig. Einzelheiten offenzulegen, würde dieser hingegen nicht nützen. Ein Sprecher der Space Force erklärte, die öffentliche Kommunikation solle auch verhindern, dass Gegner die Lage falsch einschätzten.

Die Weltraumkontrolle umfasse die Einsatzbereiche, die erforderlich seien, um den Weltraum zu kontrollieren und zu verteidigen, hieß es in der Erklärung der Space Force. Dabei kämen kinetische und nicht-kinetische Mittel zum Einsatz. Diese Fähigkeiten könnten sowohl für offensive als auch für defensive Zwecke eingesetzt werden. Kinetische Waffen wirken durch einen physischen Aufprall, anders als nicht-kinetische Mittel. Letztere können etwa elektronische Störsysteme sein. Mögliche Verfahren sind Laser, die optische Sensoren vorübergehend blenden, oder Störsender, die einen Satelliten zeitweise beeinträchtigen. Ob die stationierten US-Systeme solche Fähigkeiten besitzen, ist nicht bekannt. Bislang hatte das US-Militär lediglich bodengestützte elektronische Störsysteme als Teil seines Bestands an Antisatellitenwaffen öffentlich bestätigt.

In seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump 2019 die United States Space Force als eigene Teilstreitkraft ins Leben gerufen. Sowohl Russland als auch China – die beiden geopolitischen Hauptrivalen der USA – stellen aus Sicht des US-Militärs potenzielle Bedrohungen für die amerikanischen Interessen im Weltraum dar. China entwickele und betreibe Weltraum- und Weltraumabwehrfähigkeiten als Teil einer Strategie zur Modernisierung des Militärs, erklärte die Space Force. Russland wiederum betrachte den Weltraum als Kriegsschauplatz. Moskau gehe davon aus, dass die Vorherrschaft im Weltraum ein entscheidender Faktor in zukünftigen Konflikten sein werde.

Satelliten sind für die Streitkräfte unter anderem zur Kommunikation, Aufklärung und Navigation wichtig. Angriffe könnten allerdings auch zivile Kommunikationsdienste und andere für die Wirtschaft wichtige Systeme beeinträchtigen. Werden Satelliten zerstört, können ihre Trümmer zudem weitere Raumfahrzeuge gefährden und die Nutzung der betroffenen Umlaufbahnen erschweren.

Der 1967 in Kraft getretene Weltraumvertrag, dem die USA, Russland und China angehören, verbietet die Stationierung von Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen im All. Ein generelles Verbot konventioneller Waffen in der Erdumlaufbahn enthält er hingegen nicht. Die Space Force erklärte, ihre Einsätze würden im Einklang mit dem Völkerrecht einschließlich des Weltraumvertrags stehen.

Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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