Der Iran hat dem Oman eine Übergangslösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorgeschlagen. Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte im staatlichen Fernsehen, dass die Route in eine Richtung vollständig und die Gegenroute teilweise durch iranische Gewässer verlaufen solle. Teheran lehne einen omanischen Vorschlag zur gleichmäßigen Aufteilung der Transitwege ab, da dieser die Sicherheitsbedenken des Landes nicht ausräume, solange keine langfristige regionale Stabilität erreicht sei. Sollte die omanische Regierung den Plan zurückweisen, bleibe die Meerenge geschlossen, fügte Gharibabadi hinzu. Der Iran habe die Südroute entlang der omanischen Küste nie anerkannt.
Hintergrund ist die angespannte Lage im Nahen Osten, die sich in mehreren Konflikten äußert. Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben einen saudiarabischen Öltanker im Roten Meer angegriffen. Der Tanker „NCC Ghazal“ habe gegen eine von den Huthis verhängte Seeblockade für saudische Schiffe verstoßen. Die Miliz hatte die Blockade in der vergangenen Woche angekündigt und seither nach eigenen Angaben saudische Öltanker und Ölanlagen attackiert. Am Montag meldete die Miliz Drohnenangriffe auf „sensible Knotenpunkte“ für den Öltransport nach Janbu am Roten Meer. Saudi-Arabien griff daraufhin Ziele in von den Huthis kontrolliertem Gebiet an. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt seit 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis. Eine 2022 unter UN-Vermittlung geschlossene Waffenruhe hatte die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gebracht, doch die jüngsten gegenseitigen Angriffe drohen diese faktische Feuerpause zu kippen.
Parallel dazu haben die iranischen Revolutionsgarden ein Propagandavideo gegen Melania Trump und ihren Sohn Barron veröffentlicht. Die Drohung unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Teheran und Washington. In einem weiteren Aspekt der regionalen Entwicklungen äußerte sich US-Präsident Donald Trump vor dem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Trump sagte an Bord der Air Force One, ohne die USA würde Israel nicht überleben. Der Ausspruch erfolgte im Zusammenhang mit einem Disput über den potenziellen Verkauf von F-35-Kampfjets an die Türkei. Netanjahu, der innenpolitisch unter Druck steht und im laufenden israelischen Wahlkampf die Türkei als Sicherheitsrisiko darstellt, hatte versucht, Trump von dem Geschäft abzubringen. Trump machte jedoch deutlich: „Niemand sagt mir, was wir verkaufen sollen.“ Auch nicht Netanjahu.
Im Iran wurden zudem im Zuge einer Hinrichtungswelle zwei weitere Männer im Zusammenhang mit den Protesten zu Jahresbeginn exekutiert. Ihnen wurde vorgeworfen, an der Ermordung von Polizeibeamten in Isfahan beteiligt gewesen zu sein. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete darüber. Seit Beginn der Unruhen hat die iranische Justiz mindestens 27 Männer im Kontext der Proteste hingerichtet. Die Demonstrationen waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Die Regierung ließ sie gewaltsam niederschlagen, wobei Tausende Demonstranten getötet wurden.
Derweil hat der Oman dem Iran einem Insider zufolge einen Vorschlag für einen gemeinsamen regionalen Mechanismus zur Verwaltung der Straße von Hormus unterbreitet. Dieser basiere auf einem Modell, bei dem Nutzer der Meerenge freiwillig Gebühren zahlen, ähnlich wie bei der Straße von Malakka in Südostasien. Der Vorschlag werde von Staaten der Nahost-Region unterstützt. Die USA haben zudem eine neue Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon vom 4. bis 6. August in Rom bestätigt. Technische Arbeitsgruppen sollen dort die vollständige Umsetzung des im Juni geschlossenen Rahmenabkommens voranbringen, unter anderem die Ausweitung von Pilotzonen im Süden des Libanons, die Klärung offener Grenzfragen und die Ausarbeitung eines umfassenden Friedens- und Sicherheitsabkommens. Die Erfahrungen aus den ersten Pilotzonen sollen dabei genutzt werden.
