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Montag, 31. August 2026

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Italien bestraft abgelenkte Fußgänger mit mindestens 75 Euro

Italien verschärft sein Verkehrsgesetz: Wer beim Überqueren der Straße auf das Smartphone schaut, muss künftig mindestens 75 Euro zahlen. Die Regelung soll Mitte Oktober beschlossen werden und betrifft auch Kopfhörer, Laptops und Tablets.

Italien geht künftig härter gegen unachtsame Fußgänger vor. Wer beim Überqueren einer Straße auf sein Smartphone schaut oder durch andere Geräte abgelenkt ist, muss mit einer Geldstrafe von mindestens 75 Euro rechnen. Die Verschärfung des Verkehrsgesetzes soll nach Angaben italienischer Medien Mitte Oktober beschlossen werden.

Die Regelung zielt auf alle Situationen, in denen der Blick beim Gang über die Fahrbahn ausschließlich dem Gerät gilt. Auch Kopfhörer sind tabu, wenn dadurch die Wahrnehmung des Verkehrs beeinträchtigt wird. Darüber hinaus sind Laptops, Tablets und Kameras von der neuen Vorschrift betroffen. Der Gesetzentwurf betont zudem, dass Fußgänger sich vor dem Betreten der Fahrbahn vergewissern müssen, dass der Fahrer im Fahrzeug sie gesehen hat und anhalten wird.

Mit der Verschärfung will Italien gefährlichen Situationen vorbeugen, etwa wenn Autofahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen können, weil Fußgänger unbedacht die Fahrbahn betreten. Die Maßnahme folgt einer Reihe von Gerichtsentscheidungen, die in einigen Fällen von Verkehrsunfällen die Schuld bei achtlosen Fußgängern gesehen hatten. Die Behörden reagieren damit auf eine wachsende Zahl von Unfällen, die auf Ablenkung durch mobile Geräte zurückgeführt werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen untermauern die Gefahr. Eine Studie chinesischer und kanadischer Forscher wertete Videoaufnahmen von Überwachungskameras an einer großen Verkehrskreuzung aus. Das Ergebnis: Fußgänger, die aufs Smartphone schauten, telefonierten oder Musik hörten, bewegten sich in der Regel langsamer als jene ohne digitale Ablenkung. Ein kanadisches Forschungsteam wies in einer weiteren Untersuchung nach, dass das Unfallrisiko um etwa 45 Prozent steigt, wenn beim Gehen auf dem Smartphone getippt wird. Die Abgelenkten passten sich demnach nicht an den Verkehr an, hielten weniger Abstand zu Fahrzeugen und behielten ihre eigene Geschwindigkeit bei.

Italien ist nicht das erste Land, das Unachtsamkeit im Straßenverkehr auf diese Weise ahndet. Litauen führt bereits seit 2018 Strafen für Fußgänger ein, die sich im Straßenverkehr ablenken lassen – nicht nur durch Smartphones. In der hawaiianischen Stadt Honolulu gilt eine ähnliche Regelung seit 2017, und die japanische Stadt Yamato folgte 2020 mit einem entsprechenden Verbot. Die neuen italienischen Regeln könnten nun auch in anderen europäischen Ländern als Vorbild dienen, wo die Diskussion über die Gefahren durch Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr ebenfalls an Fahrt gewinnt.

Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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