Der Weg für Jürgen Klopp zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist nach übereinstimmenden Medienberichten endgültig frei. Der 59-Jährige kann seinen bis 2029 datierten Vertrag als Head of Global Soccer bei Red Bull ohne Bedingungen vorzeitig beenden, um die Nachfolge von Julian Nagelsmann als Bundestrainer anzutreten. Das sei das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Klopp und Oliver Mintzlaff, dem Chef des österreichischen Getränkeimperiums, das am Samstag stattfand, wie die „Bild“-Zeitung und der Sender Sky übereinstimmend berichten.
Nach dpa-Informationen hatte sich Klopp mit Mintzlaff zu der geplanten Unterredung getroffen. Eine Millionenablösesumme war bereits früh vom Tisch. Zuletzt hatte es geheißen, dass Red Bull mit „kreativen Lösungen“ eine Art Entschädigung für die Trennung von seinem Top-Mitarbeiter anstrebe. Im Gespräch war angeblich auch eine fortdauernde Repräsentantenrolle für Klopp, die jedoch im DFB kritisch gesehen wurde. Nun scheinen alle Hürden ausgeräumt.
Der DFB selbst hält sich bedeckt. „Der DFB kommentiert den aktuellen Verhandlungsstand mit Jürgen Klopp nicht. Eine finale Entscheidung treffen die zuständigen Gremien“, teilte der Verband der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mit. Bereits am vorvergangenen Samstag hatten sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf und sein Stellvertreter Hans-Joachim Watzke mit Klopp in New York getroffen. Dabei wurde eine prinzipielle Einigung vorbehaltlich der noch ausstehenden Vertragsgespräche mit Red Bull und der Klärung von Sponsorenfragen erzielt. Der Vertrag soll bis zur WM 2030 laufen.
Nach dpa-Informationen ist bei idealem Verlauf und der Klärung letzter Details eine Präsentation von Klopp als 13. Chefcoach der Fußball-Nationalmannschaft am kommenden Freitag in Frankfurt geplant. Auch der TV-Sender Sky berichtete von diesem Zeitplan. Klopp wird am Abend des WM-Finales zwischen Argentinien und Spanien in East Rutherford als Experte von MagentaTV auftreten. Zuletzt hatte er die Auftritte auch für persönliche Stellungnahmen in der Bundestrainer-Frage genutzt.
Die Personalie Klopp gilt als Wunschlösung des DFB, um die Nationalmannschaft nach einer Phase sportlicher Enttäuschungen wieder in die Weltspitze zu führen. Der gebürtige Stuttgarter, der bereits den FC Liverpool zu Champions-League- und Premier-League-Titeln führte, genießt international einen herausragenden Ruf. Seine Verpflichtung wäre ein Prestigeprojekt für den Verband, der zuletzt mit der Trennung von Hansi Flick und der kommissarischen Übernahme durch Rudi Völler sowie der anschließenden Verpflichtung von Julian Nagelsmann eine turbulente Phase durchlebte.
Klopp selbst hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach zu seiner Zukunft geäußert, ohne konkrete Zusagen zu machen. Nach seinem Abschied vom FC Liverpool im Sommer 2024 betonte er, eine Auszeit zu benötigen. Seit Januar 2025 ist er als Head of Global Soccer bei Red Bull tätig, wo er das internationale Fußballnetzwerk des Konzerns betreut. Nun zeichnet sich ab, dass er früher als erwartet auf die Trainerbank zurückkehrt – diesmal für den DFB.
Die Entscheidung dürfte auch Auswirkungen auf die Sponsorenlandschaft des DFB haben. Red Bull ist als Getränkehersteller ein potenzieller Konkurrent bestehender Partner. Die Klärung dieser Fragen war Teil der Verhandlungen. Mit der Einigung zwischen Klopp und Mintzlaff scheint auch dieser Punkt ausgeräumt. Die offizielle Bestätigung durch die DFB-Gremien steht noch aus, dürfte aber nach der geplanten Präsentation am Freitag erfolgen.
