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Пятница, 31. Июль 2026Deutschland · Europa · Welt
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Meloni nennt Bilder aus Ceuta «schockierend» und droht mit Schengen-Aussetzung

Mehr als 1.500 Migranten erreichen in wenigen Tagen die spanische Exklave Ceuta, mindestens zehn Menschen ertrinken. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fordert nach dem Ansturm außergewöhnliche Maßnahmen gegen Spanien und droht mit einer Aussetzung des Schengen-Abkommens.

Meloni nennt Bilder aus Ceuta «schockierend» und droht mit Schengen-Aussetzung
Meloni reagiert: "Schockierend" – Migranten stürmen EU-Grenze in Ceuta
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Mehr als 1.500 Migranten sind innerhalb weniger Tage in die spanische Exklave Ceuta gelangt. Mindestens zehn Menschen ertranken bei dem Versuch, die EU-Außengrenze von Marokko aus zu erreichen. Die Bilder von dem Andrang haben in Europa eine politische Kontroverse ausgelöst und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu scharfen Forderungen veranlasst.

Die meisten der Ankömmlinge schwammen nach Ceuta oder kletterten über die Felsblöcke des künstlichen Damms, der die Grenze zu Marokko markiert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP waren zuvor Gerüchte über eine Öffnung des Grenzübergangs Bab Sebta aufgekommen. Aus dem benachbarten Marokko strömten Fahrzeuge mit jungen Menschen über die Straße in Richtung der Exklave, andere kamen zu Fuß. Ein junger Mann sagte, er sei aus dem 70 Kilometer entfernten Tanger angereist, nachdem er gehört habe, «dass die Grenze am Grenzübergang Bab Sebta geöffnet worden» sei.

Die örtlichen Behörden zeigen sich überfordert. Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas erklärte, die Aufnahmeeinrichtungen seien völlig überlastet; viele Migranten mussten auf den Straßen übernachten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Europa Press hielt der Ansturm auch am Donnerstagabend unvermindert an. Die Regionalregierung forderte die Zentralregierung in Madrid auf, den nationalen Notstand auszurufen und das Militär an der Grenze einzusetzen. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez lehnte den Notstand jedoch ab und ordnete stattdessen den Einsatz von rund 120 in Ceuta stationierten Armeeeinheiten zur Unterstützung der Grenzbeamten an. Sánchez hatte zuvor auf X mitgeteilt, man setze «alle Hebel in Bewegung», und kündigte eine Reise nach Ceuta für Freitag an.

Meloni reagierte am Donnerstagabend ungewöhnlich scharf. Die Bilder aus Ceuta nannte sie «schockierend», wie sie auf der Plattform X schrieb. Ihre Regierung forderte den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum und erklärte, man sei bereit, notfalls das Schengen-Abkommen mit Spanien auszusetzen. «Sobald diese Treffen abgeschlossen sind, sind wir bereit zu handeln, auch durch außergewöhnliche Maßnahmen», schrieb Meloni. Auch Italiens Außenminister Antonio Tajani sprach sich dafür aus, den Schengen-Raum für Spanien zu schließen. Er begründete dies mit der «irregulären und unkontrollierten Einwanderung», die eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstelle.

Spaniens Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo von der konservativen Volkspartei PP sprach von einer «verzweifelten Situation» und warf der Regierung von Pedro Sánchez vor, wegzusehen. «Wir befinden uns in einer Krise der nationalen Sicherheit», schrieb Feijóo auf X.

Migranten laufen jubelnd über die Straßen von Ceuta und rufen «Viva España!». Videos und Fotos zeigen überwiegend junge Männer, aber auch Familien mit Frauen und Kindern, die über die Felsblöcke an der Grenze klettern. Am Strand liegen Hunderte erschöpfte Migranten; dort finden sich auch Schwimmringe, Schwimmflossen und Neoprenanzüge, die bei der Überquerung genutzt wurden.

Viele der Flüchtenden können nicht oder nur unzureichend schwimmen. Für sie ist die Überquerung lebensgefährlich. Ceutas Regionalpräsident Vivas sagte, in den vergangenen zwölf Monaten seien bereits rund 60 Leichen von Migranten aus dem Wasser geborgen worden. Der Vorsitzende des Verbands der Beamten der spanischen Guardia Civil, Rachid Sbihi, beschrieb die Lage als «das reinste Chaos». Man habe den Überblick verloren: «Es ist nicht möglich, genaue Zahlen zu nennen, aber es überqueren Tausende von Migranten die Grenze.»

Die Entwicklung erinnert an die Migrationskrise vom Mai 2021, als mehr als 8.000 Menschen in wenigen Tagen in die Exklave strömten. Ceuta gehört zu den beiden spanischen Exklaven an der nordafrikanischen Küste und hat nur knapp 85.000 Einwohner. Unter den diesmal Angekommenen sind nach Angaben des staatlichen Senders RTVE viele Minderjährige und Kinder.