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Nach US-saudiarabischen Angriffen im Irak droht erneute Eskalation im Nahost-Konflikt

Gemeinsame Luftangriffe der USA und Saudi-Arabiens auf pro-iranische Milizen im Irak fordern mindestens 20 Tote, darunter fünf Iraner. Der Iran antwortet mit Raketenangriffen auf einen US-Stützpunkt in Jordanien. Beide Seiten drohen mit weiterer Vergeltung.

Nach US-saudiarabischen Angriffen im Irak droht erneute Eskalation im Nahost-Konflikt
Nach US-saudiarabischen Angriffen im Irak droht neue Eskalation des Kriegs in der Region
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Gemeinsame Luftangriffe der USA und Saudi-Arabiens auf pro-iranische Milizen im Irak haben die Region an den Rand einer erneuten Eskalation des Nahost-Konflikts gebracht. Bei den Angriffen in der Nacht zum Mittwoch wurden nach Angaben einer pro-iranischen Miliz mindestens 20 Menschen getötet, darunter fünf iranische Staatsangehörige. Der Iran reagierte umgehend mit Raketenangriffen auf einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, die nach US-Angaben jedoch abgefangen werden konnten. Beide Seiten drohten mit weiterer Vergeltung und verschärften damit die ohnehin angespannte Lage in der Region.

Das US-Regionalkommando Centcom erklärte, Kampfflieger der USA und Saudi-Arabiens hätten „mit dem Iran verbündete Terroristen“ im Irak angegriffen. Die Milizen im Irak seien von den iranischen Revolutionsgarden angewiesen worden, „US-Streitkräfte und die saudische Energieinfrastruktur anzugreifen“. In den vergangenen Tagen hätten sie mehr als zwei Dutzend Drohnenangriffe ausgeführt. Centcom drohte: „Die Revolutionsgarden und ihre terroristischen Stellvertreter müssen diese Angriffe einstellen, um weitere militärische Reaktionen der USA zu vermeiden.“ Das saudiarabische Verteidigungsministerium bezeichnete die Angriffe als Selbstverteidigung und warf den Milizen vor, vom Irak aus saudische Ölanlagen mit Drohnen anzugreifen – eine Anschuldigung, die die Milizen zurückwiesen.

Die schiitische Miliz Hasched al-Schaabi, auch bekannt als Volksmobilisierungskräfte, teilte mit, dass mindestens 20 ihrer Mitglieder getötet und weitere 32 Kämpfer verletzt worden seien. Zwei Vertreter der Miliz sagten der Nachrichtenagentur AFP, dass sich unter den Toten fünf iranische Berater befinden. Reporter in Bagdad sahen mit iranischen Flaggen bedeckte Särge bei einer Trauerfeier. Die Gruppierung wurde offiziell in die irakische Armee integriert, agiert jedoch weiterhin weitgehend unabhängig und verfolgt eigene Ziele. Die meisten pro-iranischen, schiitischen Gruppierungen haben sich unter dem Namen „Islamischer Widerstand im Irak“ zusammengeschlossen. Diese Organisation drohte am Mittwoch: „Unsere Antwort auf den amerikanischen Feind ist unvermeidlich und könnte seine Werkzeuge in Saudi-Arabien treffen.“ Die Gegenschläge sollten jedoch erst nach dem schiitischen Fest al-Arbain am kommenden Dienstag erfolgen, zu dem zahlreiche Iraner in den Irak pilgern.

Der Iran seinerseits griff nach Angaben der Revolutionsgarden „einen US-Luftwaffenstützpunkt und das US-Zentralkommandozentrum in Jordanien“ an. Der „Versuch eines Überraschungsangriffs“ sei nach US-Angaben abgewehrt worden. Die jordanische Armee teilte mit, sie habe fünf aus dem Iran abgefeuerte Raketen abgefangen. Trump drohte in gewohnt scharfer Tonlage mit Vergeltung: „Wir werden sie hart treffen. Sie werden Prügel beziehen“, zitierte ein Fox-News-Reporter den Präsidenten. Es war der erste iranische Angriff auf Länder in der Region seit Freitag, als die USA und der Iran ihre Angriffe zunächst eingestellt hatten. Zuvor hatten sie sich fast zwei Wochen lang gegenseitig beschossen. Trump hatte sich in der Folge zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung gezeigt – die Hoffnung auf ein Ende des Krieges wird durch die neuerlichen Angriffe jedoch stark getrübt.

Die irakische Regierung verurteilte die US-saudiarabischen Angriffe als „eklatante Verletzung der Souveränität“ des Landes. Der Nationale Sicherheitsrat betonte zugleich, dass das Land die US-Forderungen nach einer Entwaffnung der Milizen umsetzen werde. US-Präsident Trump erklärte derweil laut Fox News, die Angriffe seien mit der Regierung in Bagdad „koordiniert“ gewesen. Das iranische Außenministerium bezeichnete die Angriffe als Verstoß gegen die UN-Charta und das Völkerrecht. Später berichtete das iranische Staatsfernsehen, die US-Armee habe auch eine Stadt im Nordwesten des Landes an der Grenze zum Irak angegriffen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars zitierte einen Behördenvertreter, wonach eine Rakete in einem unbewohnten Gebiet eingeschlagen sei, ohne Opfer zu fordern.

Die jüngsten Vorfälle zeigen, wie schnell die Gewalt in der Region wieder eskalieren kann. Die USA und Saudi-Arabien hatten die Angriffe als Reaktion auf wiederholte Drohnen- und Raketenangriffe der Milizen auf saudische Einrichtungen und US-Truppen dargestellt. Die iranische Führung sieht sich durch die Angriffe auf ihre Verbündeten direkt bedroht und reagiert mit militärischen Mitteln. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge, da eine weitere Eskalation den gesamten Nahen Osten destabilisieren könnte. Auch ein Angriff von Huthi-Rebellen auf einen US-Gastanker im ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta am Mittwoch unterstreicht die zunehmende Ausweitung des Konflikts. Das Schiff geriet in Brand, die Flammen griffen auf ein weiteres Schiff über, es gab jedoch keine Verletzten. Die Huthis setzen ihre Kampagne gegen saudi-arabische Schiffe fort und tragen so zur Unsicherheit in der Region bei.