Neue Akten erschüttern Hitlers Alibi im Fall Geli Raubal
Bislang unbekannte Dokumente legen nahe, dass Adolf Hitler zum Zeitpunkt des Todes seiner Nichte Geli Raubal 1931 doch in München war. Die Akten nähren Zweifel an der bisherigen Darstellung der NSDAP-Führung.
Ein neuer Aktenfund stellt die bisherige Darstellung zum Tod von Adolf Hitlers Nichte Geli Raubal infrage. Wie erst jetzt bekannt wurde, deuten bislang unbekannte Dokumente darauf hin, dass der damalige NSDAP-Chef zum Zeitpunkt des Todes seiner Nichte im September 1931 entgegen seiner eigenen späteren Angaben in München war. Bisher hatte die NSDAP-Führung verbreitet, Hitler habe sich zum fraglichen Zeitpunkt nicht in der Stadt aufgehalten und könne daher mit dem Geschehen in seiner Münchner Wohnung nichts zu tun haben.
Geli Raubal wurde am 18. September 1931 leblos in Hitlers Privatwohnung in der Prinzregentenstraße in München aufgefunden. Sie starb an den Folgen einer Schussverletzung. Die Umstände ihres Todes sind bis heute nicht vollständig geklärt. Offiziell wurde die Tat seinerzeit als Suizid eingestuft, doch Zweifel an dieser Version bestehen seit Jahrzehnten. Die 23-jährige Raubal war Hitlers Nichte und lebte zeitweise in dessen Haushalt. Sie galt als eine der wenigen Personen, zu denen Hitler eine engere persönliche Bindung hatte.
Die nun aufgetauchten Akten sollen belegen, dass Hitler sich zum Zeitpunkt des Todes in München aufhielt. Damit gerät die bisherige Schutzbehauptung ins Wanken, er habe sich außerhalb der Stadt befunden und sei erst später über den Tod informiert worden. Die Dokumente werfen ein neues Licht auf die Abläufe rund um den 18. September 1931 und auf die Frage, wer wann was wusste. Eine offizielle Bestätigung der neuen Erkenntnisse durch unabhängige Historiker steht noch aus.
Der Fall Geli Raubal beschäftigt die Geschichtsforschung seit Jahrzehnten. Immer wieder sind Spekulationen über die Hintergründe ihres Todes aufgekommen. Die NSDAP-Führung hatte früh ein Interesse daran, den Vorgang als persönliche Tragödie darzustellen und jede politische oder strafrechtliche Relevanz zu vermeiden. Die neuen Akten könnten diese Deutung weiter untergraben und die Diskussion über die Verantwortung Hitlers neu entfachen.
Historikerinnen und Historiker dürften die Dokumente nun prüfen und in den Kontext der bisherigen Forschung einordnen. Sollten sich die Hinweise bestätigen, wäre dies ein weiterer Beleg dafür, dass die offizielle Darstellung der NS-Zeit in zentralen Punkten unzuverlässig war. Für die Öffentlichkeit bleibt der Fall ein Beispiel dafür, wie schwer sich die historische Aufarbeitung gestaltet, wenn zentrale Quellen lange Zeit nicht zugänglich waren oder bewusst zurückgehalten wurden.
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