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Montag, 31. August 2026

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Prinz Harry und Mitkläger müssen 9,5 Millionen Pfund an „Daily Mail“-Verlag zahlen

Nach ihrer Niederlage im Privatsphäre-Prozess gegen den Herausgeber der „Daily Mail“ müssen Prinz Harry, Elton John, Liz Hurley und vier weitere Kläger rund 9,5 Millionen Pfund Prozesskosten zahlen. Weitere Zahlungen könnten folgen.

Prinz Harry und sechs weitere prominente Kläger müssen nach ihrer Niederlage im Rechtsstreit gegen den Herausgeber der britischen Zeitung „Daily Mail“ hohe Prozesskosten übernehmen. Wie mehrere britische Medien übereinstimmend berichten, hat das zuständige Gericht die Klägerseite zur Zahlung von rund 9,54 Millionen Pfund an Associated Newspapers Limited (ANL) verpflichtet. Der Betrag, umgerechnet etwa 11,14 Millionen Euro, muss bis zum 28. August auf dem Konto des Verlagshauses eingehen.

Bei der Summe handelt es sich nach Einschätzung von Beobachtern lediglich um einen ersten Teil der gesamten Kostenlast. Dem Vernehmen nach könnten auf Prinz Harry, den Musiker Elton John, die Schauspielerin Liz Hurley und die weiteren Beteiligten im schlimmsten Fall noch Zahlungen in Höhe von bis zu 25 Millionen Pfund zusätzlich zukommen. Insgesamt drohen den Klägern damit Kosten von bis zu 34,5 Millionen Pfund, die der Konzern im Verfahren geltend gemacht hat. Die Betroffenen haben nun bis zum 2. Oktober Zeit, einen Antrag auf Zulassung einer Berufung einzulegen.

Hintergrund der finanziellen Forderungen ist ein mehrwöchiger Prozess, der zwischen Januar und März dieses Jahres vor einem britischen Gericht ausgetragen wurde. Anfang Juli hatte das Gericht sein Urteil im Verfahren der sieben klagenden Parteien gegen den Herausgeber der „Daily Mail“, der „Mail on Sunday“ und deren Online-Portal gefällt. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass es den Klägern nicht gelungen sei, ihre aufgestellten Behauptungen zu beweisen. Sämtliche Klagepunkte wurden daraufhin abgewiesen.

In dem Verfahren ging es um mutmaßliche Eingriffe in die Privatsphäre und die angeblich unrechtmäßige Beschaffung privater Informationen. Die Kläger hatten unter anderem vorgebracht, dass Privatermittler eingesetzt und Telefone abgehört worden seien, um an Informationen für Artikel zu gelangen. Das Gericht sah diese Vorwürfe jedoch als nicht ausreichend belegt an. Associated Newspapers hatte die Anschuldigungen von Beginn an zurückgewiesen und stets betont, dass bei der Recherche keine illegalen Methoden zum Einsatz gekommen seien.

Die nun angeordnete Kostenentscheidung basiert nach Informationen der BBC auf der sogenannten „Indemnity Basis“. Diese Bemessungsgrundlage ist für den Verlag in Bezug auf den Betrag, den er von der Gegenseite zurückerhalten kann, deutlich günstiger als eine rein anteilige Berechnung. Ein Sprecher des Herausgebers kommentierte das Urteil als „eine vernichtende Kritik an dem Versuch, eine Zeitung sowie den Ruf ihrer Journalisten, Redakteure und Führungskräfte zu zerstören“.

Bereits nach der ursprünglichen Entscheidung im Juli hatten Prinz Harry und seine Mitklägerin Baroness Doreen Lawrence scharfe Kritik an dem Urteil geübt. In einem gemeinsamen Statement sprachen sie von einer regelrechten Vertuschung, die jedoch nicht gänzlich unerwartet komme. Der Aufwand, den das Gericht betrieben habe, um die Zeitung zu entlasten, sei „ebenso schockierend wie völlig ungerechtfertigt“, hieß es damals. Zur aktuellen Kostenentscheidung hat sich Prinz Harry bislang nicht öffentlich geäußert.

Der Rechtsstreit gilt als einer der aufsehenerregendsten Verfahren in der jüngeren Geschichte des britischen Pressewesens. Bereits im Vorfeld des Prozesses war spekuliert worden, dass auf die Klägerseite erhebliche Kosten zukommen könnten. Der britische „Guardian“ hatte damals von möglichen Prozesskosten in Höhe von bis zu 50 Millionen Pfund berichtet. Die nun bekannt gewordene erste Zahlungsforderung liegt deutlich unter dieser Schätzung, lässt aber angesichts der möglichen Nachforderungen erwarten, dass der Fall für die Beteiligten noch nicht abgeschlossen ist.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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