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Dienstag, 15. September 2026

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Russischer Angriff auf Einkaufszentrum in Pawlohrad fordert mindestens sieben Tote

Bei einem russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Pawlohrad sind mindestens sieben Menschen getötet und mehr als 70 verletzt worden. Der Angriff ereignete sich am helllichten Tag im Stadtzentrum. Präsident Selenskyj kündigte für Ende September ein Treffen mit dem amerikanischen Team in New York an und erhielt von Kanada zusätzliche Unterstützung bei der Luftverteidigung.

Bei einem russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Pawlohrad sind nach Angaben der Behörden mindestens sieben Menschen getötet worden. Mehr als 70 weitere Menschen wurden verletzt, wie der Regionalgouverneur Oleksandr Hanja mitteilte. Der Angriff habe sich am helllichten Tag im Stadtzentrum ereignet, als die Straßen voller Menschen gewesen seien, erklärte Innenminister Iwan Wyhiwskyj. Durch die Wucht der Explosion seien Geschäftsräume und Fahrzeuge beschädigt worden.

Die Stadt Pawlohrad liegt in der Region Dnipropetrowsk und hatte vor dem Krieg mehr als 100.000 Einwohner. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 steht sie immer wieder unter schwerem Beschuss. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha verurteilte den Angriff scharf: «Russland ist der Ansicht, dass unablässige Angriffe auf Zivilisten die Ukrainer zermürben und die Ukraine zu Zugeständnissen zwingen können», sagte er. Die Zahl der zivilen Opfer ist nach UN-Angaben derzeit so hoch wie seit den ersten Monaten nach dem Einmarsch Russlands nicht mehr.

Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich während eines Besuchs beim kanadischen Premierminister Mark Carney in Calgary. Kanada werde der Ukraine im Bereich der Luftverteidigung zusätzliche Unterstützung leisten, sagte Selenskyj. «Das ist ein sehr wichtiges Paket zur Luftverteidigung, und es ist von entscheidender Bedeutung», betonte er. Die Ukraine benötigt angesichts der zunehmenden Angriffe dringend eine bessere Luftverteidigung, insbesondere US-Patriot-Systeme, die ballistische Raketen abfangen können. Selenskyj erwähnte auch den Angriff in Pawlohrad sowie einen weiteren Angriff in Kramatorsk in der Ostukraine, bei dem durch russische Bombenangriffe auf Wohngebäude dutzende Menschen verletzt wurden.

In die diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Kriegs war am Wochenende nach langer Pause wieder Schwung gekommen. In einem neuen Vorstoß Washingtons besuchten die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zuerst Moskau und dann Kiew. Kreml-Chef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump erörterten den Konflikt am Dienstag in einem Telefonat, das laut Kreml «äußerst offen» und konstruktiv verlief und eine Stunde dauerte. Selenskyj kündigte an, sich Ende September in New York mit dem «amerikanischen Team» zu treffen. Er hatte bereits am Dienstag gesagt, er hoffe auf ein Treffen mit Trump noch in diesem Monat, um über ein Paket zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr zu sprechen. Mehrere bisherige Gesprächsrunden waren ohne Ergebnis geblieben. Größter Streitpunkt zwischen den Konfliktparteien sind Gebietsabtretungen: Moskau fordert von der Ukraine, Gebiete in der östlichen Region Donezk abzutreten, die Moskau bisher noch nicht kontrolliert. Kiew lehnt einen solchen Schritt entschieden ab und betont, er käme einer Kapitulation gleich.

Unterdessen setzen Russland und die Ukraine ihre gegenseitigen Angriffe fort und greifen oft weit im Landesinneren, hunderte Kilometer von der Frontlinie entfernt, Ziele an. Dabei werden vor allem Raffinerien, Fabriken und Lagerhäuser ins Visier genommen. In der russischen Grenzregion Belgorod wurde durch einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Nowy Oskol nach Angaben der Rettungskräfte ein Mensch getötet und sechs weitere verletzt. Die Ukraine und Kanada bauen zudem ihre Kooperation bei Drohnen aus, wie Selenskyj bei seinem Besuch in Calgary weiter mitteilte.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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