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Dienstag, 15. September 2026

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Ukraine: Russland greift Zug an – Merz-Berater muss evakuiert werden

Russischer Drohnenangriff auf Zug nahe polnischer Grenze – Merz-Berater evakuiert

Bei einem massiven russischen Drohnenangriff auf die Ukraine wurde ein Zug auf der Strecke Kiew–Warschau getroffen. An Bord eines Sonderzuges befanden sich auch der außenpolitische Berater von Kanzler Merz, Günter Sautter, und der frühere britische Premierminister Boris Johnson. Polen berief einen Krisenstab ein.

Bei einer massiven russischen Angriffswelle mit Hunderten Drohnen hat Russland in der Nacht zum Sonntag gezielt die Eisenbahninfrastruktur der Ukraine attackiert. Wie die ukrainische Bahngesellschaft mitteilte, wurden dabei auch Züge auf der internationalen Strecke zwischen Kiew und Warschau getroffen. Eine Drohne schlug in einen vorausfahrenden Zug ein und beschädigte dessen Lokomotive. Verletzt wurde nach Angaben aus Kiew und Warschau niemand.

Von dem Angriff betroffen war auch ein Sonderzug, der sich auf der Rückreise von Kiew nach Polen befand. Nach übereinstimmenden Berichten reisten in diesem Zug der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Günter Sautter, sowie der frühere britische Premierminister Boris Johnson. Der Zug wurde nahe der Grenze zu Polen gestoppt, nachdem in unmittelbarer Nähe mehrere Drohnen eingeschlagen waren. Der Sonderzug musste daraufhin teilweise evakuiert werden. Kurz nach dem Halt gaben die Schaffner Entwarnung, und die Fahrt nach Polen konnte fortgesetzt werden.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Robin Wagener, der sich ebenfalls in dem gecharterten Zug befand, teilte auf der Plattform X ein Video des Angriffs auf den vorausfahrenden Zug. «Heute Morgen bin ich mit dem Zug auf der gleichen Strecke gefahren, auf der dieser Angriff war», schrieb er. Manchmal entscheide der Zufall, «ob man sicher durchkommt». Russland sei «eine immense Gefahr für die Sicherheit Europas. Das haben zu viele bei uns noch nicht realisiert», so Wagener weiter.

Die Ukraine warf Russland am Sonntag einen systematischen Angriff auf ihr Schienennetz vor. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ereignete sich der Drohnenangriff auf den Zug in der Region Wolyn, nur zwei Kilometer von der Grenze zum NATO-Mitgliedstaat Polen entfernt. Die Lokomotive sei getroffen und in Brand gesetzt worden, zudem sei eine Tankstelle beschädigt worden. Landesweit meldeten die Behörden sechs Tote und 43 Verletzte infolge der russischen Angriffe. Nach ukrainischen Angaben wurden dabei mehr als 450 Drohnen eingesetzt. Die ukrainische Bahngesellschaft Ukrsalisnyzja warnte vor möglichen Evakuierungen und Verspätungen und versetzte ihr Überwachungszentrum sowie ihre Mitarbeiter in höchste Alarmbereitschaft.

Der polnische Bahnbetreiber PKP Intercity bestätigte, dass ein Passagierzug auf der Strecke Kiew–Warschau von einer Drohne getroffen wurde. Nach seinen Angaben befanden sich 206 Passagiere an Bord. Eine weitere Drohne schlug nach polnischen Angaben in der Nähe des Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn ein. «Wir nehmen solche Vorfälle äußerst ernst», erklärte der polnische Innenminister Marcin Kierwinski. «Die Lage wird fortlaufend überwacht», fügte er hinzu.

Die polnische Regierung zeigte sich alarmiert über die massiven russischen Angriffe. Regierungschef Donald Tusk berief für den Nachmittag einen Krisenstab ein. Außenminister Radoslaw Sikorski kommentierte die Angriffe auf X mit den Worten: «Putin eskaliert». Die Ereignisse verdeutlichen die Risiken für westliche Politiker, die für Reisen nach Kiew auf die Bahn angewiesen sind, da der Luftraum über der Ukraine gesperrt ist. Der Vorfall nahe der polnischen Grenze dürfte die Debatte über die Sicherheit der europäischen Unterstützung für die Ukraine weiter anheizen.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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