Ein geplanter Urlaubsflug endete für Dutzende Passagiere am Dienstagmorgen am Münchner Flughafen, noch bevor er richtig begonnen hatte. Grund war eine massive Auseinandersetzung zwischen zwei Familien, die zunächst am Gate und später an Bord des Ferienfliegers eskalierte. Der Pilot sah die Sicherheit der Maschine nicht mehr gewährleistet und entschied sich zur Umkehr.
Die Maschine des britischen Billigfliegers Easyjet war auf dem Weg zu einem Urlaubsziel, als der Streit zwischen den beiden Gruppen außer Kontrolle geriet. Nach Angaben der Bundespolizei waren insgesamt acht Personen an der Schlägerei beteiligt, darunter mehrere Erwachsene und Jugendliche. Das Flugzeug befand sich bereits im Steigflug, als die Auseinandersetzung so heftig wurde, dass die Crew nicht mehr einschreiten konnte.
Der Kapitän entschloss sich daraufhin, die Maschine zu wenden und zum Startflughafen München zurückzukehren. Dort wartete bereits ein Großaufgebot der Polizei auf die Maschine. Die Beamten nahmen die acht Beteiligten noch an Bord in Gewahrsam und verbrachten sie zur weiteren Sachverhaltsklärung auf die Wache. Die übrigen Passagiere mussten ihre Reise mit erheblicher Verspätung antreten.
Die genauen Hintergründe des Streits sind noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei soll die Auseinandersetzung bereits beim Boarding begonnen haben und dann im Flugzeug fortgesetzt worden sein. Zeugen berichteten von lautstarken Wortgefechten, die schnell in Handgreiflichkeiten übergingen. Mehrere Flugbegleiter versuchten vergeblich, die Parteien zu trennen.
Die Bundespolizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Störung des Luftverkehrs und gefährlicher Körperverletzung ein. Die acht Beschuldigten wurden nach der Vernehmung vorläufig entlassen, müssen jedoch mit erheblichen zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Easyjet kündigte an, die Kosten für die Umkehr sowie die Verspätung den Verursachern in Rechnung zu stellen.
Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf das Problem zunehmender Aggression an Bord von Verkehrsflugzeugen. In den vergangenen Jahren haben die Meldungen über sogenannte „Air Rage“-Vorfälle deutlich zugenommen. Die Fluggesellschaften setzen verstärkt auf Deeskalationstrainings für das Kabinenpersonal, doch bei massiven Auseinandersetzungen bleibt oft nur die Rückkehr zum Startflughafen oder eine außerplanmäßige Zwischenlandung.
Die Passagiere des betroffenen Fluges wurden von Easyjet über alternative Reisemöglichkeiten informiert. Viele von ihnen zeigten sich verärgert über das Verhalten der Streithähne. „Wir hatten uns auf den Urlaub gefreut, und dann so etwas“, zitierte ein Sprecher des Flughafens einen Reisenden. Die Fluggesellschaft betonte, man werde alles daran setzen, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und die Sicherheit der Passagiere weiterhin zu gewährleisten.
Der Fall sorgt in den sozialen Medien für breite Diskussionen. Nutzer fordern härtere Strafen für Störenfriede an Bord und eine konsequentere Durchsetzung der bestehenden Regeln. Die Bundespolizei prüft derzeit, ob die Beteiligten auch für die entstandenen Kosten der Sondermaßnahme herangezogen werden können. Die Ermittlungen dauern an.
