US-Präsident Donald Trump hat weitere Angriffe auf den Iran angekündigt. «Wir werden sie sehr hart treffen», sagte er bei einer Kabinettsitzung auf dem Landsitz Camp David auf die Frage nach den nächsten vier Wochen. Einen konkreten Zeitrahmen nannte Trump nicht, betonte aber: «Wissen Sie, irgendwann werden sie es nicht mehr aushalten können.» Der Iran verfüge nach den bisherigen Angriffen noch über militärische Kapazitäten, bald jedoch nicht mehr. In der vergangenen Nacht hatte das US-Militär zunächst keine neuen Angriffe auf den Iran gemeldet.
Mit Blick auf diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Konflikts zeigte sich Trump frustriert. Die Iraner hielten sich oft nicht an das Verabredete und stellten Gesprächsinhalte öffentlich falsch dar, kritisierte er. «Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen.» Trumps Äußerungen fallen in eine Phase massiver militärischer Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die den gesamten Nahen Osten betreffen.
Unterdessen gibt es aus Israel Hinweise auf eine Ablehnung des von Trump angekündigten Umsetzungsplans zur Entwaffnung der Hamas. Israels Regierungskreisen zufolge sieht der Plan des von Trump gegründeten Friedensrats vor, dass parallel zur Einlagerung schwerer Waffen im Gazastreifen ein schrittweiser Abzug der israelischen Armee erfolgen soll. Bis zur tatsächlichen Entwaffnung der Hamas werde sich die Armee aber nicht von der «derzeitigen gelben Linie» zurückziehen, hieß es.
Die «gelbe Linie» bezeichnet die Rückzugsposition der israelischen Armee im Gazastreifen. Die Armee hat ihre Kontrolle über das Palästinensergebiet in den vergangenen Monaten von 53 Prozent auf über 60 Prozent ausgeweitet. Die Zeitung «Times of Israel» mutmaßte nach der Mitteilung aus Regierungskreisen, dass Israel nicht bereit sei, sich nun wieder hinter die ursprünglich im Rahmen der Waffenruhe vereinbarte Linie zurückzuziehen. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe unterdessen, ihre Herrschaft im Rest des Gazastreifens wieder zu festigen. Eine offizielle Stellungnahme aus Israel zu Trumps Ankündigung gibt es bislang nicht.
Laut Friedensrat ist neben der Einlagerung schwerer Waffen im Gazastreifen auch geplant, Waffenproduktionsstätten, Waffenlager und Tunnel stillzulegen. Der Plan ist Teil der Bemühungen, den Gazastreifen langfristig zu stabilisieren, stößt in Israel aber offenbar auf erhebliche Vorbehalte. Besonders die Frage, wann sich die Armee aus dem Gebiet zurückzieht, gilt als heikel.
Die irakische Regierung hat nach eigener Darstellung den jüngsten Angriff der USA und Saudi-Arabiens auf Ziele im Land nicht gebilligt. Anders als von Washington dargestellt habe Bagdad «keinerlei Kenntnis» von den Attacken gehabt, sagte Regierungssprecher Haider al-Abudi am Donnerstag im staatlichen Fernsehen. Die Regierung habe Angriffe «auf bestimmte Stellen oder Gruppen im Irak» nicht genehmigt. Die US-Regierung hatte dagegen angegeben, die Angriffe seien mit der irakischen Regierung abgestimmt worden. Das US-Regionalkommando Centcom hatte erklärt, in der Nacht zu Mittwoch hätten Kampfflieger der USA und Saudi-Arabiens im Zuge des Iran-Kriegs «mit dem Iran verbündete Terroristen» im Irak angegriffen.
Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» soll der Chef des US-Zentralkommandos, Admiral Brad Cooper, vorgeschlagen haben, den Iran in einer zweiwöchigen Angriffswelle in die Knie zu zwingen. Dabei sollen vor allem die iranischen Raketenstellungen und -lager zerstört werden. Hintergrund ist offenbar, dass die andauernden iranischen Angriffe die amerikanische Abwehrmunition aufbrauchen. Die USA versuchen demnach, die iranischen Fähigkeiten zu schwächen, bevor die eigenen Bestände kritisch werden.
Saudi-Arabien bereitet sich unterdessen nach Angaben jemenitischer Quellen auf eine groß angelegte Militäroffensive gegen die Huthis auf dem Seeweg und möglicherweise auch auf dem Landweg im Zentrum des Jemen vor, um die Blockade seiner Ölexporte über das südliche Rote Meer zu durchbrechen. Es wurde beobachtet, wie sich saudische Truppen aus dem Osten des Jemen zurückzogen, was als Vorbereitung auf eine Landoffensive gewertet werden könnte.
Nach Angriffen auf seine Schiffe hat Saudi-Arabien zudem ein Militärbündnis zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer und um die wichtige Meerenge Bab al-Mandab angekündigt. Teil der Allianz sind nach saudischen Angaben 14 Länder, darunter die Golfstaaten Kuwait, Katar und Bahrain sowie Pakistan, die Türkei, Ägypten und Jordanien. Das Bündnis solle die Freiheit der Schifffahrt sowie internationale Routen für Handel und die weltweite Energieversorgung schützen, teilte das saudische Verteidigungsministerium am Donnerstagabend nach einem Treffen zur Allianz in Riad mit.
Die Ankündigung folgt auf Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen vergangene Woche gegen saudische Schiffe. Die Miliz hatte Handelsschiffe im Roten Meer aber schon ab 2023 massiv attackiert. Daraufhin wurde zum Schutz der Schifffahrt bereits die EU-geführte Mission Aspides ins Leben gerufen sowie der US-geführte Einsatz Prosperity Guardian. «Sicherheit zur See ist eine gemeinsame Verantwortung», teilte das saudische Verteidigungsministerium mit. Dies solle durch gemeinsame Militäreinsätze, Planungen und Übungen sowie den Austausch von Geheimdienstinformationen erreicht werden. Die Allianz sei in ihrer Natur aber «rein defensiv» und habe nicht das Ziel, einen Staat, ein anderes Bündnis oder eine internationale Organisation anzugreifen.
