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Dienstag, 15. September 2026

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Trump sorgt mit Aussagen zur irischen Wiedervereinigung für Irritationen

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Irland-Besuch mit der Bemerkung, er würde «liebend gern» ein vereinigtes Irland sehen, für Überraschung gesorgt. Anschließend widmete er sich dem Golfturnier Irish Open in seinem Club in Doonbeg. In Dublin demonstrierten Tausende gegen seinen Besuch.

US-Präsident Donald Trump hat mit unerwarteten Äußerungen zur Wiedervereinigung Irlands für Irritationen bei seinen Gastgebern und beim Verbündeten Großbritannien gesorgt. Nach einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheal Martin am Samstag bezeichnete Trump eine Zusammenführung der Republik Irland mit dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland als «eine großartige Sache». Auf die Frage eines Journalisten sagte er, er würde «liebend gern» ein vereinigtes Irland sehen. «So wie ich das sehe, wird es irgendwann passieren. Es kann genauso gut jetzt passieren», so Trump weiter, schränkte jedoch ein, dass auch das Vereinigte Königreich dazu etwas zu sagen habe.

Die USA hatten in der Frage der irischen Wiedervereinigung bislang stets eine neutrale Haltung eingenommen. Trumps Vorstoß auf diesem hochsensiblen politischen Feld überraschte daher sowohl die irischen Gastgeber als auch London. Die Insel Irland ist seit 1921 in die Republik Irland und das britische Nordirland geteilt. Im Nordirland-Konflikt zwischen katholischen Nationalisten und protestantischen Unionisten wurden mehr als 3500 Menschen getötet. Der Konflikt endete erst 1998 mit dem Karfreitagsabkommen. Dieses sieht vor, dass ein Referendum über eine Wiedervereinigung abgehalten werden kann, wenn die britische Regierung feststellt, dass voraussichtlich eine Mehrheit der Nordiren einen solchen Anschluss befürwortet. In diesem Fall müssten auch die Menschen in der Republik Irland zustimmen.

Die Stimmung in Nordirland spricht derzeit allerdings nicht für eine baldige Wiedervereinigung. In einer Umfrage der Universität Liverpool vom Mai 2026 befürworteten nur 35 Prozent der Nordiren einen solchen Schritt. Der britische Premierminister Andy Burnham hatte im vergangenen Monat erklärt, ein Referendum zur Wiedervereinigung sei «vom Tisch». Auf Trumps Äußerungen angesprochen, verwies ein Sprecher von Burnhams Büro in der Downing Street auf Aussagen des Premierministers aus der vergangenen Woche, wonach dieser «zu 100 Prozent» zum Karfreitagsabkommen stehe.

Ursprünglich sollte die Diplomatie auf Trumps Reise eine eher untergeordnete Rolle spielen. Hintergrund des zweitägigen Besuchs ist vor allem seine Teilnahme am Golfturnier Irish Open in seinem Golfclub Doonbeg an der Westküste. Dort wollte Trump am Sonntag vor seiner Rückreise nach Washington dem Turniersieger den Pokal überreichen. Nach seiner Ankunft am Flughafen Dublin war der US-Präsident am Samstag zunächst von Irlands Präsidentin Catherine Connolly an ihrem Amtssitz empfangen worden. Anschließend traf er mit Regierungschef Martin zusammen und besuchte die US-Botschaft, ehe er nach Doonbeg weiterflog, wo die Trump Organization einen Golfclub besitzt. Beim Irish Open treten an diesem Wochenende die besten Spieler der Welt gegeneinander an.

Die Sicherheitsmaßnahmen wegen Trumps Anwesenheit kosten Irland Berichten zufolge rund 20 Millionen Euro. Mindestens 4000 Polizisten und andere Einsatzkräfte wurden mobilisiert. Bereits am Dienstag war über der irischen Ostküste eine Drohne gesichtet worden; die Behörden untersuchen den Vorfall. Trump wird auf der Reise von seinen Söhnen Eric und Don Jr. begleitet, die die Geschäfte der Trump Organization seit der Rückkehr ihres Vaters ins Weiße Haus weiterführen. Seit Januar 2025 hat der 80-jährige Trump offen auch das Golfgeschäft seiner Familie beworben.

In der Hauptstadt Dublin demonstrierten unterdessen mindestens 2000 Menschen gegen den Besuch des US-Präsidenten. Sie schwenkten palästinensische Flaggen und riefen «Donald Trump ist hier nicht willkommen», wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Kleinere Proteste gab es auch am Flughafen Shannon sowie in Doonbeg. Laut Polizei wurden mindestens drei Menschen festgenommen. Martin hatte Trump am Samstag versichert, dass die 784 Einwohner von Doonbeg für die Investition der Trump Organization «sehr dankbar» seien und seine Familie dort «willkommen» sei. Zuletzt hatte Trump Irland 2019 während seiner ersten Amtszeit besucht.

Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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