Berliner Linke stimmt für Sondierungsgespräche mit Grünen und SPD
Wenige Tage nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat die Linke auf einem Landesparteitag beschlossen, Grüne und SPD zu Sondierungsgesprächen einzuladen. Die Parteispitze wies Antisemitismusvorwürfe gegen den Landesverband erneut zurück.
Die Berliner Linke will Sondierungsgespräche mit den Grünen und der SPD aufnehmen. Das hat ein Landesparteitag der Partei mit breiter Mehrheit beschlossen, wenige Tage nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Damit reagiert die Partei auf das Ergebnis der Abstimmung und bereitet den Weg für mögliche Koalitionsverhandlungen in der Hauptstadt vor.
Der Beschluss fiel auf einem Parteitag, auf dem die Parteispitze zugleich Antisemitismusvorwürfe gegen den Linken-Landesverband erneut zurückwies. Die Vorwürfe waren in den vergangenen Wochen öffentlich erhoben worden und hatten den Wahlkampf begleitet. Die Parteiführung stellte sich hinter den Landesverband und wies die Anschuldigungen als unbegründet zurück. Details zu den Vorwürfen und den genauen Wortlaut der Erklärung nannte die Partei zunächst nicht.
Mit der Entscheidung für Sondierungsgespräche geht die Linke den ersten Schritt zu einer möglichen Regierungsbeteiligung. Sondierungen dienen dazu, gemeinsame Schnittmengen auszuloten und die Grundlage für förmliche Koalitionsverhandlungen zu schaffen. Ob es tatsächlich zu einer Koalition mit Grünen und SPD kommt, ist offen. Zunächst müssen die Gespräche zeigen, ob sich die Parteien auf gemeinsame Positionen verständigen können.
Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hatte die politische Landschaft in der Hauptstadt neu geordnet. Die Linke war als eine der Parteien aus der Abstimmung hervorgegangen, die nun über eine Regierungsbeteiligung mitentscheiden könnte. Der Parteitag fiel in eine Phase, in der in Berlin über die künftige Zusammensetzung des Senats beraten wird. Neben der Linken führen auch andere Parteien Gespräche über mögliche Bündnisse.
Die Sondierungsgespräche mit Grünen und SPD sind für die Linke ein wichtiger Schritt. Sollten sie erfolgreich verlaufen, könnte die Partei in die Landesregierung einziehen. Die Parteispitze betonte, dass die Entscheidung über eine Koalition erst nach Abschluss der Gespräche fallen werde. Bis dahin seien alle Optionen offen.
Die Antisemitismusvorwürfe gegen den Landesverband hatten zuletzt für Diskussionen gesorgt. Die Parteiführung wies sie auf dem Parteitag erneut zurück und stellte sich hinter die Arbeit des Landesverbands. Damit versucht die Partei, die Debatte zu beenden und sich auf die anstehenden Gespräche zu konzentrieren. Ob die Vorwürfe die Sondierungen belasten, bleibt abzuwarten.
In Berlin wird derzeit über die Bildung einer neuen Landesregierung beraten. Die Linke hat mit ihrem Parteitagsbeschluss klargemacht, dass sie Gespräche mit Grünen und SPD führen will. Die Sondierungen sollen in den kommenden Tagen beginnen. Ein Ergebnis wird nicht vor Abschluss der Gespräche erwartet.
15




