Linken-Fraktionschef Pellmann tritt Roter Hilfe bei
Nach der Kritik an der früheren Mitgliedschaft von Elif Eralp in der Roten Hilfe ist nun der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sören Pellmann, der umstrittenen Organisation beigetreten. Der Landesverfassungsschutz beobachtet die Rote Hilfe als größte linksextremistische Organisation in Berlin.
Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sören Pellmann, ist der Roten Hilfe beigetreten. Der Linken-Politiker aus Leipzig bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Die Rote Hilfe wird vom Landesverfassungsschutz Berlin als mit Abstand größte linksextremistische Organisation in der Hauptstadt geführt.
Pellmann begründete seinen Schritt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit der Bedeutung der Organisation für faire Gerichtsverfahren. «Eine solche NGO ist wichtig, wenn es darum geht, dass es faire Gerichtsverfahren gibt, in denen sich Verfahrensbeteiligte durch Anwältinnen und Anwälte vertreten lassen können. Insbesondere auch dann, wenn sie sich diese nicht leisten können», erklärte der Fraktionschef. Der Beitritt erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an einer früheren Mitgliedschaft der Linken-Politikerin Elif Eralp in der Roten Hilfe.
Eralp, die als Linken-Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin antritt, war zeitweise Mitglied der Organisation und trat 2025 aus. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete Eralp wegen dieser früheren Mitgliedschaft als nicht geeignet für das Amt der Regierungschefin. Die Diskussion über die Rote Hilfe hatte damit bereits vor Pellmanns Schritt politische Brisanz erlangt.
Der Landesverfassungsschutz erwähnt die Rote Hilfe in seinem Jahresbericht 2025 als die mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin. Nach Einschätzung der Behörde verfolgen nicht alle Mitglieder des Vereins selbst verfassungsfeindliche Zielsetzungen. Die mutmaßliche Gegnerschaft der Organisation und ihrer Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung sei jedoch ein Grund für die Beobachtung durch die Verfassungsschützer.
Laut Satzung versteht sich die Rote Hilfe als «linke Schutz- und Solidaritätsorganisation» für alle, die aufgrund ihrer politischen Betätigung verfolgt würden. Sie unterstützt nach Angaben des Verfassungsschutzes von Strafermittlungen Betroffene materiell und politisch. Ausschlaggebend ist allein die politisch linke Motivation der Tat. Der Verein ist damit keine reine Rechtshilfeorganisation, sondern steht im Fokus der Extremismusbeobachtung.
Der Beitritt des Fraktionsvorsitzenden verleiht der Debatte über den Umgang der Linken mit der Roten Hilfe zusätzliche Aufmerksamkeit. Pellmann stellt die Unterstützung für faire Verfahren in den Vordergrund. Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz und die politische Kritik an der Organisation bleiben jedoch bestehen. Für die Linke und ihre Spitzenkandidatin in Berlin dürfte die Auseinandersetzung damit weiter anhalten.
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