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Donnerstag, 8. Oktober 2026

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Schröder soll Geburtstag mit Putin in Moskau gefeiert haben

Der Altkanzler zeigte sich zunächst in einer Moskauer Globus-Filiale, für die er arbeitet. Laut Tass lud Putin ihn anschließend zu sich nach Hause ein. Schröder selbst äußerte sich nicht zu dem Treffen.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass gemeinsam mit Kremlchef Wladimir Putin dessen 74. Geburtstag gefeiert. Putin habe seinen «alten Freund» zu sich nach Hause eingeladen, nachdem er aus Medienberichten erfahren habe, dass Schröder geschäftlich für die russische Supermarktkette Globus in Moskau unterwegs sei, zitierte Tass den Pressedienst des Präsidenten. Vom Kreml veröffentlichte Aufnahmen zeigen demnach einen festen Händedruck zwischen Putin und Schröder vor einem russischen Ofen. Ob das Bild authentisch ist, ist unklar. Schröder selbst hat sich bislang nicht zu dem angeblichen Treffen geäußert.

Zuvor war der Altkanzler am Mittwoch in einer Filiale der Supermarktkette Globus in Moskau gesehen worden, für die er nun arbeitet. Das Treffen mit Putin wäre nicht das erste dieser Art: Schröder und der russische Präsident gelten seit dessen Kanzlerschaft von 1998 bis 2005 auch persönlich als eng befreundet. Nach seiner Amtszeit wurde Schröder Mitglied im Aufsichtsrat des staatlichen russischen Gaskonzerns Gazprom, der auch am Bau der Nord-Stream-Pipelines beteiligt war. Auch nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 distanzierte sich Schröder nicht von Putin und reiste seither mehrfach nach Russland.

Unterdessen widersprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj der Einschätzung des US-Außenministers Marco Rubio, wonach sich die Bemühungen um Verhandlungen mit Russland in einer Sackgasse befänden. «Wir befinden uns nicht in einer diplomatischen Sackgasse», sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz mit dem britischen Außenminister Ed Miliband in Pryluky. Die russische Wirtschaft müsse blockiert, Moskau mundtot gemacht und die Waffenproduktion durch Sanktionen stillgelegt werden. Rubio hatte bei einem Besuch in Lissabon gesagt, der Ukraine-Krieg scheine derzeit in einer Sackgasse zu stecken, und in einem Interview der griechischen Zeitung Kathimerini erklärt, er sehe derzeit keine Aussichten auf eine Verhandlungslösung.

Selenskyj erneuerte zugleich seine Forderung, den Satelliten-Internetdienst Starlink über Russland für das ukrainische Militär freizuschalten. Sobald die Ukraine mit ihren Waffen den russischen Himmel dominiere, werde Putin sich an den Verhandlungstisch setzen. «Warum? Weil er alles verliert. Drei Monate, zwei Monate und er verliert alles», sagte Selenskyj. Den USA warf er «Unwillen» vor, den Kreml zu Verhandlungen zu bewegen. Washington koste eine Freigabe von Starlink gar nichts.

Bei einem russischen Angriff auf zwei Linienbusse in Kramatorsk wurden mindestens 33 Menschen getötet, zahlreiche weitere wurden verletzt. Ungarn gab unterdessen sein Veto gegen einen EU-Beitritt der Ukraine auf, nachdem zuvor auch nach dem Machtwechsel in Budapest eine kritische Haltung gegenüber einem Beitritt bestanden hatte. Südkorea zog wegen eines diplomatischen Streits mit der Ukraine seinen Botschafter Park Ki-chan aus Kiew ab. Die Regierung in Seoul wirft der Ukraine den Bruch einer Geheimhaltungsvereinbarung vor, nachdem Selenskyj die Übergabe zweier gefangener nordkoreanischer Soldaten an Südkorea bekannt gegeben hatte, die auf russischer Seite gegen die Ukraine gekämpft hatten. Die Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts liefen weiter, betonte das südkoreanische Außenministerium.

In der Nacht trafen Drohnen zudem ein großes Rechenzentrum des russischen Technologiekonzerns Yandex in der Region Rjasan. Nach Angaben des Unternehmens brach ein Feuer aus, der Betrieb des Standorts wurde vollständig eingestellt. Yandex Cloud meldete Probleme mit der Stromversorgung und arbeitete nach eigenen Angaben daran, betroffene Dienste wiederherzustellen. Auch der Netzwerkbeobachter NetBlocks registrierte eine deutliche Störung im Yandex-Netzwerk. Der Konzern ist Russlands größtes Internetunternehmen und wird wegen seiner Suchmaschine und zahlreicher weiterer Online-Dienste häufig als russisches Pendant zu Google bezeichnet. Das betroffene Rechenzentrum liegt in Sassowo, rund 380 Kilometer südöstlich von Moskau. Auf demselben Industrieareal befindet sich der Maschinenbauer Sasta, dessen Werkzeugmaschinen auch für die russische Rüstungsindustrie von Bedeutung sind.

Angesichts einer wachsenden Zahl von Drohnenübergriffen rüstet die Republik Moldau ihre Grenzübergänge zur Ukraine auf. Innenministerin Daniella Misail-Nichitin kündigte am Mittwoch an, Schutzbauten errichten zu lassen, in denen sich Grenzbeamte und die Zivilbevölkerung in der Nähe bei einem Drohnenangriff in Sicherheit bringen können. Allein im Jahr 2026 drangen russische Drohnen laut Präsidentin Maia Sandu bereits mehr als 45-mal in den moldauischen Luftraum ein. Gleichzeitig zieht Moldau seine Grenzsoldaten teilweise von ukrainischem Boden ab. Die an den Stationen Kryva und Palanka auf ukrainischer Seite stationierten Kräfte werden demnach zurückgezogen.

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Elena Mertens

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Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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