Trump droht NBC-Journalistin Welker mit Anzeige bei Medienaufsicht
US-Präsident Donald Trump hat der NBC-Moderatorin Kristen Welker wegen ihrer Berichterstattung über seine Unterstützung für republikanische Kandidaten mit einer Anzeige bei der Medienaufsichtsbehörde FCC gedroht. Er wirft ihr „absichtliche Ungenauigkeit“ vor.
US-Präsident Donald Trump hat der Fernsehjournalistin Kristen Welker mit einer Anzeige bei der Medienaufsichtsbehörde FCC gedroht. Hintergrund ist deren Berichterstattung über die von ihm unterstützten Kandidaten für die Zwischenwahlen zum Kongress. In seinem Onlinedienst Truth Social warf Trump der Moderatorin der Sendung „Meet the Press“ am Sonntag vor, behauptet zu haben, dass seine Unterstützung für republikanische Kandidaten „gemischte Ergebnisse“ erzielt habe. Für diese „absichtliche Ungenauigkeit“ solle die NBC-Reporterin bei der FCC angezeigt werden, um „gerügt oder bestraft“ zu werden.
Das Verhältnis zwischen Trump und Welker ist bereits seit längerer Zeit angespannt. Erst im Juni hatte der Präsident ein Interview mit der Journalistin nach einem erhitzten Wortgefecht abgebrochen. In dem Gespräch hatte sich Trump zunehmend erbost über Welkers Fragen gezeigt, insbesondere zu seiner Politik im Iran-Krieg. Der neue Vorwurf richtet sich nun gegen ihre Einordnung der Wirkung seiner Wahlkampfhilfe für republikanische Kandidaten bei den Zwischenwahlen.
Der Vorstoß gegen Welker reiht sich ein in eine Serie von Maßnahmen Trumps gegen Medien, die er als zu kritisch oder „links“ einstuft. Der Präsident hat bereits gegen mehrere Zeitungen wie das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ geklagt und Kürzungen der staatlichen Finanzierung für öffentliche Sender angeordnet. Ministerien und Bundesbehörden wie das Pentagon und die Bundespolizei FBI haben unter seiner Präsidentschaft ihre Restriktionen gegen Journalisten verschärft. Die von dem Trump-Vertrauten Brendan Carr angeführte Medienaufsicht FCC drohte Sendern zudem bereits mit Lizenzentzug.
Der zunehmende Druck auf die Medien stößt allerdings auf wachsenden Widerstand. Mehrere Sender haben bereits gegen die FCC geklagt und berufen sich dabei auf die durch die US-Verfassung geschützte Meinungsfreiheit. Die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Medienhäusern und der Regierung dürften sich durch den neuen Fall Welker weiter verschärfen. Beobachter werten die Drohung gegen die bekannte Moderatorin als weiteren Versuch der Administration, kritische Berichterstattung im Vorfeld der Kongresswahlen zu beeinflussen.




